Neue Methoden bei Suche nach Mirco erfolgreich

Grefrath - Mit künstlich erzeugten Kinderschreien haben Experten nördlich von Grefrath versucht zu klären, was dem elfjährigen Mirco widerfahren sein könnte.

Mit den künstlich erzeugten Kinderschreien sei es relativ präzise gelungen, den Bereich einzugrenzen, in dem der Schrei ausgestoßen wurde, teilte die Mönchengladbacher Polizei am Samstag mit. Der ermittelte Bereich sei bereits überprüft worden, werde nun aber noch einmal intensiv untersucht, sagte der Sprecher.

Mehrere Zeugen hatten am Abend des Verschwindens von Mirco den markerschütternden Schrei eines Kindes in der Nähe des Klosters Mariendonk gehört - 6,5 Kilometer nordöstlich von Grefrath. Stundenlang hatten Experten deswegen am Freitag vor Ort versucht einzugrenzen, von welcher Stelle der Schrei ausgestoßen wurde. Dazu waren die Zeugen wieder zu den Stellen gebeten worden, von denen sie den Schrei vernommen hatten.

Mit künstlich erzeugten Schreien in verschiedenen Lautstärken versuchte ein Gutachter, die Stelle zu orten, von der der Schrei kam. Einzelheiten will die Polizei im Laufe des Samstags bekanntgeben. Mirco verschwand vor fünf Wochen. Die Ermittler gehen von einem Sexualverbrechen aus. Wochenlang hatten Polizisten das Gebiet rund um Grefrath durchkämmt. Dabei waren bis zu 1000 Polizisten im Einsatz. Es war eine der größten Suchaktionen in Deutschland. Tornado-Jets der Luftwaffe hatten vom Suchgebiet Luftbildaufnahmen geschossen. Am Donnerstag hatten Taucher zum vorläufig letzten Mal Bachläufe der Region untersucht.

Die Suche im Gelände ist inzwischen beendet. Mehr als 3700 Hinweise aus der Bevölkerung haben die Ermittler bisher erhalten. Der in Grefrath wohnende Mirco war am 3. September abends auf dem Heimweg von einer Skater-Anlage verschwunden. Der Täter soll sogenannten Profilern zufolge aus der Region stammen und spontan gehandelt haben.

dpa

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