Neuer Sprecher für Stuttgart 21

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Tausende Menschen demonstrierten bisher gegen das Projekt Stuttgart 21.

Stuttgart - Der ehemalige Stuttgarter Regierungspräsident Udo Andriof (CDU) soll neuer Sprecher des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 werden.

Das meldet die “Stuttgarter Zeitung“ (Freitag). Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) und Bahnchef Rüdiger Grube hatten zuvor am Donnerstagabend lediglich angekündigt, an diesem Freitag einen Nachfolger für SPD-Politiker Wolfgang Drexler vorstellen zu wollen.

Der 68-jährige Andriof, der Ende 2007 in Ruhestand ging, hat dem Bericht zufolge zuletzt die Expertenkommission der Landesregierung zum Amoklauf von Winnenden geleitet. Andriof war von 1989 bis 2007 Regierungspräsident in Stuttgart und war in dieser Zeit bereits im Raumordnungsverfahren mit dem Projekt Stuttgart 21 befasst.

Drexler war in der vergangenen Woche von dem Posten zurückgetreten, weil er seine ehrenamtliche Tätigkeit nicht mehr mit der Haltung der SPD im Land und im Bund vereinbaren konnte. Die SPD tritt für einen sofortigen Baustopp ein, Drexler musste als Projektsprecher die Bauarbeiten am Stuttgarter Hauptbahnhof verteidigen.

An diesem Freitag treffen erstmals Gegner und Befürworter des Milliarden-Bauprojektes zu Gesprächen zusammen. Bei dem von der katholischen Kirche in Stuttgart vermittelten Dialog soll es unter anderem um die Einsetzung eines Moderators gehen.

Bahnchef Rüdiger Grube schloss vor diesem Treffen den von den Projektgegnern geforderten Baustopp erneut aus. Das gelte auch für die Dauer der Gespräche mit den Gegnern, sagte er im Hessischen Rundfunk. “Es wird keinen Baustopp geben. Alle hatten lange genug Zeit, sich an dem demokratischen Prozess zu beteiligen“, sagte Grube nach Angaben des Senders. Es gehe schon längst nicht mehr um Stuttgart 21. “Wir sind zwischen die Fronten der Wahlkampfstrategen geraten mit Blick auf die Landtagswahl 2011 in Baden-Württemberg.“

Der Initiator des Sondierungstreffens am Freitag, Stadtdekan Michael Brock, hofft, dass die Begegnung dazu beiträgt, das friedliche Zusammenleben in Stuttgart zu bewahren. Brock hält es für sinnvoll, eine von allen akzeptierte Persönlichkeit als Moderator einzusetzen. Für die Position hatte sich bereits der Stuttgarter Schauspiel-Intendant Hasko Weber ins Gespräch gebracht.

Nach den Massenprotesten gegen den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs treten derweil auch die Befürworter des Milliardenprojekts stärker in der Öffentlichkeit auf. Mit einem gemeinsamen Lauf durch den Stuttgarter Schlosspark und einer anschließenden Kundgebung demonstrierten am Donnerstagabend nach Polizeiangaben über 2000 Menschen für Stuttgart 21.

dpa

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