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NRW: Rhein nähert sich Rekord-Tief – Pegel bei Emmerich auf Null

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Von: Mick Oberbusch

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Rheinpegel in Köln, Schiff fährt an Wrack vorbei (Montage).
Der Rheinpegel ist extrem niedrig – das zeigt sich auch am Ufer, beispielsweise in Köln (IDZRW-Montage). © Rolf Vennenbernd/dpa & Federico Gambarini/dpa

Der Rheinpegel liegt aktuell extrem niedrig: In Emmerich in NRW wurde bereits der Wert null erreicht. Auch in Köln und Düsseldorf ist der Rhein gesunken.

Köln – Der Rheinpegel beschäftigt die Menschen in NRW bereits seit einigen Wochen. Dass der Pegel des insgesamt über 1200 Kilometer lange Flusses in der aktuellen Jahreszeit sinkt, ist eigentlich nichts Besonderes – doch ein besonders trockener Frühling mit extrem wenig Niederschlag in 2022 sorgte dafür, dass sich der Rhein vielerorts historischen Tiefpunkten nähert. Ein Überblick über die aktuelle Lage.

Rheinpegel: Köln steuert auf Rekord-Wert zu – wie zuletzt im Oktober 2018

In Köln beispielsweise stand der Pegel am 16. August um 16:30 Uhr bei gerade einmal 71 Zentimetern – und ist damit vom bisherigen Rekordwert von 67 Zentimetern aus dem Oktober 2018 nur noch ein kleines Stück entfernt. Die Stadt hatte bereits vor dem niedrigen Rheinpegel gewarnt, weil dadurch beispielsweise Weltkriegsgranaten angespült werden könnten – und ein Ende dieses Zustandes scheint aktuell noch nicht in Sicht.

Rheinpegel Düsseldorf: Pegel bei rund 30 Zentimeter

In der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf sieht es mit Blick auf die nackten Zahlen noch dramatischer aus. Dort liegt der Rekord für den Niedrigpegel bei 23 Zentimeter, ebenfalls aus dem Oktober 2018. Am 16. August um 15:45 Uhr stand er bei gerade einmal 32 Zentimetern. Auch hier könnte in den kommenden Tagen also ein neuer Rekord fallen.

Bonn: Rheinpegel bei unter einem Meter – ab wann kann ich den Rhein durchqueren?

In Bonn ein ähnliches Bild; dort lag der Pegel am 12. August bei nur 94 Zentimetern. In Bad Honnef (93 Zentimeter) kommt man auf einen ähnlichen Wert, die Fahnenstange ist dabei aber bei Weitem noch nicht erreicht. An vielen Stellen steht der Rheinpegel bereits so tief.

Rheinpegel auch in Rheinland-Pfalz niedrig – Kaub bei nur noch knapp über 30 Zentimtern

Auch abseits von NRW haben Menschen mit dem niedrigen Rheinpegel zu kämpfen. So liegt der für die Schifffahrt auf dem Rhein wichtige Pegelstand bei Kaub zwischen Mainz und Koblenz weiter auf niedrigem Niveau. Er lag der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) zufolge am Dienstagmittag bei 32 Zentimetern, in den kommenden Tagen soll er zwischen 31 und 34 Zentimetern pendeln.

Was ist der Rheinpegel, was gibt er an?

Wenn davon die Rede ist, dass der Rheinpegel bei 0 Zentimetern steht, bedeutet dies nicht, dass der Fluss komplett trocken gelegt ist oder man ihn zu Fuß durchqueren kann. Denn Pegelstände sind nicht zu verwechseln mit dem tiefsten Punkt im Fluss.

So sind die sogenannten Fahrrinnen, also die Schneisen, in denen die Schiffe unterwegs sind, noch einmal deutlich tiefer als der Pegelstand.

Der Pegelstand zeigt die Differenz zwischen der Wasseroberfläche und dem sogenannten Pegelnullpunkt. Dieser Punkt muss nicht am tiefsten Punkt des Flusses liegen.

Emmerich: Rheinpegel erreicht schon Null-Zentimeter-Grenze

Während andere Städte noch auf den „absoluten Nullpunkt“ zusteuern, ist dieser in Emmerich bereits erreicht. Kurz vor der niederländischen Grenze ist er knapp unter 0 Zentimeter gefallen – ebenfalls ein historischer Wert und nochmal deutlich tiefer als die 7 Zentimeter, die diesen Rekord bislang gehalten hatten.

Rheinpegel extrem niedrig – welche Folgen und Konsequenzen gibt es für die Schifffahrt?

Vor allem Fracht- und Personenschiffe kämpfen seit Wochen mit Niedrigwasser. Binnenschiffer müssen bei ihrer Ladung den Tiefgang des Schiffes beachten. Bei niedrigen Wasserständen können sie weniger Fracht befördern – irgendwann wird der Transport unwirtschaftlich. Beim aktuellen Pegelstand in Kaub beispielsweise könne ein Schiff, das sonst rund 4000 Tonnen Ladung transportiere, noch maximal 1000 Tonnen aufnehmen. In Emmerich können schwere Schubverbände, die sonst teilweise bis zu 16 Tonnen Ladung transportieren, aktuell überhaupt nicht mehr fahren. Die Ladungen stattdessen teils auf LKWs, Züge oder mehrere Schiffe verteilt. (mo mit dpa)

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