Aufregung bei Trauerfeier

Sarg von NS-Verbrecher Priebke verschwunden

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Nach seinem Tod löst die Frage nach dem Bestattungsort heftige Proteste aus: Erich Priebke

Hamburg - Seit mittlerweile einer Woche ist der NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke nun tot. Bei der Trauerfeier enstanden tumultartige Szenen und ein schlimmer Verdacht.

Bei der Trauerfeier des NS-Kriegsverbrechers Erich Priebke, die aufgrund von heftigen Protesten und Demonstrationen abgebrochen werden musste, ist der Sarg verschwunden. Der Anwalt der Familie, Paolo Giachini, hat sich über das Verschwinden der sterblichen Überreste nach der beendeten Trauerfeier beschwert. Demnach sollen die Behörden den Leichnam zu dem Militärflughafen gebracht haben, ohne die Familie zu informieren. Die Verwirrung um den Verbleib scheint nun geklärt. „Gestern hat der Präfekt mir ein offizielles Dokument übergeben, aus dem hervorgeht, wo der Leichnam sich befindet und dass er der Familie zur Verfügung steht“, ließ der Anwalt Giachini am Freitag verlauten.

Die Suche nach einer Ruhestätte geht weiter

Der ehemalige SS-Mann Priebke war vor einer Woche im Alter von 100 Jahren in Rom gestorben. Dort hatte er nach der Verurteilung zu einer Haftstrafe wegen Kriegsverbrechen die letzten Jahre in Hausarrest verbracht. Sowohl die Stadt Rom als auch Priebkes langjähriger Wohnort Bariloche in Argentinien und sein Geburtsort Hennigsdorf in Brandenburg lehnen eine Bestattung ab.

Nachdem die Frage nach der letzten Ruhestätte noch immer nicht geklärt ist, meldet sich nun auch Regierungssprecher Steffen Seibert zu Wort: „Es ist zu hoffen, dass die sterblichen Überreste von Herrn Priebke in angemessener Weise ihre letzte Ruhe finden können“, sagte er am Freitag in Berlin. Priebkes Anwalt Paolo Giachini betonte, die Suche nach einer Lösung gehe weiter. Die Leiche des früheren SS-Offiziers „könnte nach Deutschland gebracht werden. Das ist eine Möglichkeit.“

Eine Bestattung Priebkes in Deutschland ist seit einigen Tagen im Gespräch, eine offizielle Anfrage gibt es nach Angaben der Bundesregierung aber nicht. Priebkes Leichnam liegt weiter auf einem Militärflughafen bei Rom, wohin er am Dienstagabend gebracht worden war.

Ungeheure Verbrechen im Zweiten Weltkrieg

Priebke war 1944 an einem der schlimmsten Nazi-Massaker des Zweiten Weltkriegs bei Rom beteiligt, bei dem 335 Zivilisten getötet wurden. Seibert sagte, sein Name stehe für „ungeheure Verbrechen, die von Deutschen an Italienern verübt“ worden seien.

Unterdessen verurteilte ein Militärgericht in Rom einen weiteren 90 Jahre alten früheren Nationalsozialisten zu lebenslanger Haft. Er soll im September 1943 auf der griechischen Insel Kefalonia an der Erschießung von mindestens 117 italienischen Offizieren beteiligt gewesen sein.

dpa

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