„Immer wieder Schläge“

Frau (35) soll Partner erstochen haben: Tochter (13) schildert Horror-Familienszenen

In einer Wohnung in diesem Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnhofstraße in Petershausen kam es in der Nacht zum Sonntag zu der tödlichen Auseinandersetzung.
+
In einer Wohnung in diesem Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnhofstraße in Petershausen kam es in der Nacht zum Sonntag zu der tödlichen Auseinandersetzung.

Eine Frau aus dem oberbayerischen Petershausen hat offenbar ihren Lebensgefährten erstochen. Die Tochter (13) schildert den grausamen Alltag der Familie.

  • Eine Petershauserin muss sich vor Gericht verantworten - sie soll ihren Partner erstochen haben.
  • Ihre Tochter schildert die gewalttätige Beziehung detailreich.
  • Auch der Ex-Mann der Angeklagten kommt ausführlich zu Wort.

München/Petershausen - Weil sie ihren Lebensgefährten vor knapp einem Jahr nach einem heftigen Streit mit einem Messer tödlich verletzt hat, muss sich eine 35-jährige Petershauserin seit diesem Donnerstag vor dem Landgericht München II verantworten.

Die Frau gab sich dabei geständig und räumte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft vollumfänglich ein. Aus ihrer, aber auch aus der Aussage ihrer 13-jährigen Tochter ging am Ende aber auch hervor: Die letzte, tödliche Auseinandersetzung des Paares war nur der traurige Höhepunkt einer gewalttätigen Beziehung.

Tödlicher Streit in Petershausen: Ex-Mann der Angeklagten sagt zum Prozessauftakt aus

Demnach hatte sich das Paar im Jahr 2016 kennengelernt. Die 35-Jährige war da frisch getrennt von ihrem Ehemann, mit dem sie zwei Kinder - ein heute 13-jähriges Mädchen sowie einen zwölfjährigen Sohn - hat. Der Ex-Mann, am Donnerstag als Zeuge vor Gericht, schilderte die Angeklagte als gute fürsorgliche Mutter und Ehefrau, die es auch jahrelang ertrug, dass er sie schlug. Nie aber habe die 35-Jährige jemandem davon erzählt, „sie hat mich immer geschützt. So ein Mensch war sie!“

Das Ende der Ehe war dann aber besiegelt, als herauskam, dass der Kfz-Meister sie mit Prostituierten betrog: „Das war für sie ein No-Go.“ Aber nicht einmal da, so der 33-Jährige gegenüber dem Vorsitzenden Richter Thomas Bott, sei sie ausgeflippt: „Sie war eher gebrochen. Und sehr enttäuscht.“

Tödlicher Streit in Petershausen: Tochter berichtet von Ausfällen des neuen Partners der Mutter

Doch ihr Glück sollte die Angeklagte auch dann nicht finden. Zwar rauften sich die beiden Ex-Eheleute nach Aussage beider zusammen, um gemeinsam und freundschaftlich die Kinder großzuziehen. Als dann aber der damals 27-jährige Dennis J. auf der Bildfläche auftauchte, wurde es für die gebürtige Rumänin nur noch schlimmer.

Im Zeugenstand berichtete die 13-jährige Tochter, wie der neue Freund ihre Mutter geschlagen habe. Er habe sie „auf den Boden geschmissen und ihr Ohrfeigen gegeben“. Oft habe die Mama den Lebensgefährten auch „rausgeschmissen“, aber, so das Mädchen, „der kam immer wieder“. Nicht einmal, als die 35-Jährige und der 27-Jährige ein gemeinsames Kind bekamen, soll die häusliche Gewalt geendet haben.

Einmal, sagte das Mädchen, sei sie dabei gewesen, wie Dennis J. die Mutter sogar mit Schlägen traktiert habe, als die noch das Baby im Arm hielt. Die Mutter habe ihr gerade noch das wenige Monate alte Kind in die Hand drücken können, „dann ist sie umgekippt“.

Tödlicher Streit in Petershausen: Mann droht - Partnerin greift zum Messer

Der große, finale Krach kam dann am späten Abend des 24. November 2019. Schon untertags habe man sich gestritten, berichtete die Angeklagte. Später, in der heimischen Wohnung in der Petershauser Bahnhofstraße, sei die Situation völlig eskaliert. Es setzte Schläge und Tritte. Die Tochter erinnerte sich, durch die Zimmertür den Stiefvater drohen gehört zu haben: „Ich f... Dich, ich bring Euch alle um!“

Tatsächlich aber griff die 35-Jährige zum Messer: „Ich wollte, dass er es sieht!“ Doch dadurch sei der 27-Jährige noch aggressiver geworden - und sie stach zu, mehrfach. Der letzte Stich - „den hab’ ich gespürt, da bin ich auf Widerstand gestoßen!“ - sorgte am Ende für die tödliche Verletzung: Das Messer hatte die Lunge verletzt und einen Lungenschlagaderast durchtrennt. Der 27-Jährige verblutete, während die Mutter ihre Tochter anschrie: „Ruf den Notarzt!“

Tödlicher Streit in Petershausen: Kinder wohnen mit Vater in der Tat-Wohnung

Die Einsatzkräfte kamen jedoch zu spät. Die 13-Jährige, die heute mit ihrem Bruder und dem Vater wieder in der Tat-Wohnung in der Bahnhofstraße wohnt, hat von den Geschehnissen immer noch Alpträume, wie der Ex-Mann erzählte. Denn, klar: „Sie hat mitbekommen, wie er gestorben ist. Die Bilder kommen immer wieder hoch bei ihr.“

Der Prozess dauert an. (Stefanie Zipfer) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Eine tödliche Messerattacke mit ganz anderem Hintergrund hat sich in Dresden ereignet - hier fasste die Polizei den Tatverdächtigen. Bei einem dramatischen Polizeieinsatz musste eine komplette Innenstadt abgeriegelt werden - ein Mann kam ums Leben. In einem Asylbewerberheim ging ein junger Mann mit einem Messer auf die Security los* und verletzte einen Mann schwer.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona: Nächste Großstadt in Bayern mit immens hohem Inzidenzwert - „Bitte bleiben Sie alleine Zuhause“
Corona: Nächste Großstadt in Bayern mit immens hohem Inzidenzwert - „Bitte bleiben Sie alleine Zuhause“
Mädchen (10) überlebt Flugzeugabsturz
Mädchen (10) überlebt Flugzeugabsturz
Corona in Österreich: Kanzler Kurz lädt auf einmal deutsche Ski-Touristen ein - „Keinen Kontakt mit Markus Söder“
Corona in Österreich: Kanzler Kurz lädt auf einmal deutsche Ski-Touristen ein - „Keinen Kontakt mit Markus Söder“
„Produzieren nur Frust und Not“: Aiwanger wettert gegen Söder-Aussagen - droht nun ein Regierungsstreit?
„Produzieren nur Frust und Not“: Aiwanger wettert gegen Söder-Aussagen - droht nun ein Regierungsstreit?

Kommentare