Kranke Storchendame

Physiotherapie und Prothese: Hoffnung für Mathilda

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Der Tierarzt Niels Mensing kümmert sich um die Storchendame Mathilda. 

Loburg/Magdeburg - Die einbeinige Storchendame Mathilda bekommt eine ganz besondere Behandlung: Bevor sie eine neue Prothese erhält, muss sie zur Tier-Physiotherapie. Bald soll sie wieder gehen können. 

"Bevor ihr wie geplant eine Prothese am rechten Bein angepasst werden kann, muss das linke Bein mit Physiotherapie behandelt werden", sagte Michael Kaatz, Geschäftsführer des Storchenhofs in Loburg (Sachsen-Anhalt).

Der Weißstorch hatte sich vermutlich in Thüringen im Wasser in einer Angelschnur verfangen. Dadurch verlor das Tier den unteren Teil des rechten Beins. Da Mathilda danach eine Schonhaltung einnahm, drohte sie ihr linkes Bein zu überlasten, sagte Kaatz.

Deshalb kam Mathilda von Loburg in die Obhut einer Magdeburger Tierarztpraxis. Dort begann am Donnerstag die Physiotherapie. Frühestens in zwei Wochen soll die Storchendame wieder auf zwei Beinen stehen können, erläuterte Kaatz. Die Spezialprothese wird eigens für sie angefertigt.

Die Vogelschutzwarte Loburg kümmert sich seit 1979 um kranke Wildtiere. Rund 1700 Störche wurden seither aufgenommen. Sie wurden zum Großteil durch Unfälle verletzt. 70 Prozent der Patienten konnten laut Kaatz wieder ausgewildert werden.

Mathilda teilt ihr Schicksal übrigens mit Fridolin. Dem Storch fehlt das linke Bein. Er hatte sich in Sachsen-Anhalt an einem Strommast schwer verletzt. Zwischenzeitlich bekam er eine Hilfsprothese. "Damit kommt er schon ganz gut klar", sagte Kaatz.

Tierprothesen sind weltweit selten, sorgen aber immer wieder für Aufsehen. So wurde 2013 einer griechischen Landschildkröte in Deutschland aus Spielzeug eine Art künstlicher Fuß angefertigt. 

dpa

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