2016 fast 11 000 Verstöße

Polizei: Missbrauch von Notrufen hat zugenommen

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Ein Rettungsassistent vom Rettungsdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes steigt in einen Rettungswagen. Foto: Jens Kalaene/Illustration

Wenn Anrufer die 110 oder die 112 wählen, sind Rettungskräfte sofort in Alarmbereitschaft. Nicht immer brauchen Anrufer wirklich Hilfe. Einfach auflegen geht trotzdem nicht.

Berlin/München (dpa) - Die Zahl falscher Notrufe und der Missbrauch von sogenannten Nothilfemitteln hat laut Statistik zugenommen. Wie das Bundeskriminalamt der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte, gab es im vergangenen Jahr fast 11 000 Verstöße.

Gezählt werden neben falschen Notrufen auch Beschädigungen von "Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln" wie Feuerlöschern oder Nothämmern. 2015 hatten die Landeskriminalämter insgesamt rund 300 Fälle weniger registriert. Der Missbrauch eines Notrufs ist strafbar.

Die meisten Verstöße gab es 2016 im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen (1945). An zweiter Stelle folgt Berlin (1353), dann Baden-Württemberg (1192) und Bayern (1126). Täter können mit Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren oder Geldstrafen belangt werden.

Viele falsche Notrufe tauchten nicht in der BKA-Statistik auf, weil keine böswillige Absicht vorliege, sagte Björn Neureuther, Vorsitzender des Bundesfachausschusses Schutzpolizei der Polizeigewerkschaft GdP, der Deutschen Presse-Agentur.

Häufig wählten Menschen den Notruf, die Hilfe oder Kontakt suchten oder beispielsweise verlorene Tiere melden wollten. "Uns ist es lieber, wenn Menschen einmal zu oft anrufen. Menschen, die Probleme haben, sollen sich weiter an die Polizei wenden", sagte Neureuther.

Strafgesetzbuch - Paragraf 145

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