Weltweite Ermittlungen gegen den "Maskenmann"

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ARCHIV - Das bei der Pressekonferenz der Sonderkommission (SOKO) Dennis in Verden reproduzierte Bild zeigt verschwommen einen Mann am Steuer eines Autos, den ein Zeuge beschrieben hat (10.02.2011).

Verden - Die Polizei ermittelt inzwischen weltweit gegen den geständigen Mörder des kleinen Dennis und zweier anderer Kinder. Die Sonderkommission in Verden habe bei mehreren Behörden im Ausland um Mithilfe angefragt

Das sagte Polizeisprecher Jürgen Menzel in Verden. Die Fahnder wollen ein lückenloses Lebensbild des 40 Jahre alten Pädagogen Martin N. zeichnen, der als "Maskenmann" bekanntwurde. Er drang nachts in die Zimmer von Kindern ein und verging sich an ihnen - unbemerkt von den Eltern.

Die Fahnder gehen mehr als 100 Hinweisen nach. Neue Anhaltspunkte zu weiteren Missbrauchsfällen hätten sich bisher nicht ergeben. Der Mitte April in Hamburg gefasste Mann sei früher viel ins Ausland gereist, unter anderem nach Südamerika. Auch dort laufen Anfragen nach möglichen weiteren Taten. "Er war mehrere Tage, mehrere Wochen auf Rundreisen", sagte Menzel. Es werde noch Wochen und Monate dauern, bis die Ermittler die ganze Biografie des gebürtigen Bremers nachvollzogen hätten.

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Martin N. hat drei Morde an Kindern und rund 40 Missbrauchsfälle gestanden. Bislang haben sich ehemalige Nachbarn oder Kollegen gemeldet, die sich an frühere Aktivitäten des Mannes erinnern konnten. Allerdings gingen einige Hinweise auch direkt an die Medien statt an die Polizei. "Das erschwert unsere Arbeit", sagte Menzel. Die Ermittler wollen sich in der zweiten Maiwoche noch einmal direkt an die Öffentlichkeit wenden, um neue Erkenntnisse zu bekommen.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte in der Vergangenheit drei Verfahren gegen den Pädagogen geführt. Im Januar 2005 erhob die Behörde Anklage wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs von zwei sechs und acht Jahre alten Jungen. Das Amtsgericht Hamburg-Harburg stellte das Verfahren jedoch im April 2005 gegen Zahlung einer Geldauflage von 1800 Euro ein. Wegen der versuchten Erpressung eines Sozialarbeiters aus Berlin wurde er dann allerdings im Oktober 2006 zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Nach Angaben Bremer Sozialbehörde hatte Martin N. von 1996 bis 2000 im Auftrag des Jugendamtes einen Jungen betreut, der zu Beginn der Pflegschaft zwölf Jahre alt war. Der Mann hat das Kind nach bisherigen Ermittlungen der Polizei aber nicht sexuell missbraucht.

dpa

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