Prozess gegen Vater des Amokläufers von Winnenden beginnt

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Kreidespuren zeigen den Umriss des Amokläufers Tim K. vor einem Autohaus in Wendlingen am Neckar, wo er sich er sich selbst erschossen hatte (Archivbild).

Stuttgart - Vor dem Landgericht Stuttgart beginnt am Donnerstag der Prozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden. Die Nebenkläger möchten ihn zur Verantwortung ziehen.

Jörg K. wird vorgeworfen, die Tatwaffe unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt zu haben, mit der sein 17-jähriger Sohn am 11. März 2009 in der Albertville-Realschule in Winnenden und bei der anschließenden Flucht in Wendlingen 15 Menschen tötete und 13 verletzte. Danach hatte sich Tim K. selbst erschossen. Die Angehörigen der Opfer hoffen zusätzlich auf eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung. Das Gericht war bei Zulassung der Klage zu dem Schluss gekommen, dass kein hinreichender Tatverdacht auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung bestehe.

Mutter will Verantwortungsfrage klären

Eine Mutter eines der Opfer fordert Antworten: gefordert: “Wir werden zu klären haben, was Verantwortung bedeutet, die des Staates für den Bürger und die der Eltern für ihre Kinder", sagte Gisela Mayer. Wer seine Waffen nicht entsprechend aufbewahre, müsse für die Folgen die Verantwortung übernehmen. Mayer, die in dem Prozess als Nebenklägerin auftritt, hatte beim Amoklauf ihre 24-jährige Tochter verloren, die Referendarin an der Schule war. “Ich möchte erfahren, wer er ist, denn auch er ist ein Vater. Ich hoffe, dass er sich mir als Mensch zeigt“, sagte Mayer weiter. Der Prozess sei für Mayer sehr belastend, aber notwendig.

Amoklauf in Winnenden

Amoklauf in Realschule bei Stuttgart

Die Richter argumentierten, die Tat wäre auch geschehen, wenn Waffe und Munition weggeschlossen gewesen wären, da der 17-Jährige offenbar unbemerkt an die Zahlenkombination gekommen war. Gerichtsangaben zufolge sind mittlerweile 41 Nebenkläger mit 19 Vertretern zugelassen. An den 27 angesetzten Verhandlungstagen sollen etwa 40 Zeugen gehört werden. Neben mindestens zehn Polizeibeamten sowie Medizinern, die nach dem Amoklauf im Einsatz waren, werden auch direkt Betroffene sowie deren Angehörige gehört. Zudem sind zahlreiche Sachverständige geladen, darunter zwei Psychiater und drei Rechtsmediziner.

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dapd

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