Nach Klinikaufenthalt

Pussy-Riot-Mitglied setzt Hungerstreik fort

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Nadeschda Tolokonnikowa verweigert die Nahrungsaufnahme

Moskau - Die Pussy-Riot-Musikerin Nadeschda Tolokonnikowa hat nach einem Klinikaufenthalt ihren Hungerstreik im Gefängnis wieder aufgenommen.

Dies teilte ihr Mann Pjotr Wersilow am Freitag mit. Die Gefängnisverwaltung in der Republik Mordowien bestätigte, dass Tolokonnikowa die Nahrungsaufnahme verweigere, seitdem sie am Donnerstag ins Lager zurückgebracht worden sei. Später hieß es, Tolokonnikowa werde auf eigenen Wunsch in ein anderes Straflager verlegt.

Die Gefängnisverwaltung teilte nicht mit, in welches Straflager sie gebracht wird, Sie erklärte lediglich, dass einer von Tolokonnikowas Angehörigen gemäß dem Gesetz innerhalb von zehn Tagen informiert werde. Wersilow konnte nicht sagen, ob seine Frau unter den veränderten Bedingungen an ihrem Hungerstreik festhält. Tolokonnikowa hatte am 23. September aus Protest gegen ihre Haftbedingungen einen achttägigen Hungerstreik begonnen. Anschließend wurde sie zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

Sie hatte zuvor in einem Brief kritisiert, dass die Haftbedingungen an "Sklaverei" grenzten und an das sowjetische Gulag-System erinnerten. Demnach müssen die Insassen bis zu 17 Stunden am Tag arbeiten, werden um ihren Schlaf gebracht und leben unter schlimmen hygienischen Bedingungen. Der Brief löste in Russland eine Debatte über die Zustände in den Straflagern aus. Nach Angaben Tolokonnikowas drohte der Leiter ihres Lagers ihr daraufhin mit dem Tod, weshalb sie die Verlegung in ein anderes Straflager verlangte.

In einem vom Westen scharf kritisierten Prozess war Tolokonnikowa gemeinsam mit ihren Bandkolleginnen Maria Alechina und Jekaterina Samuzewitsch im August vergangenen Jahres wegen "Rowdytums" und "Anstachelung zu religiösem Hass" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Die Gruppe hatte im Februar 2012 in einer Moskauer Kathedrale ein "Punkgebet" gegen den heutigen Präsidenten Wladimir Putin aufgeführt. Samuzewitsch wurde später auf Bewährung freigelassen.

afp

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