Zwei Franzosen getötet

Mob rächt sich an Organhändlern

Paris - Ein wütender Mob hat am Donnerstag auf einer Touristeninsel in Madagaskar zwei Franzosen getötet, die einen Jungen für die Entnahme von Organen entführt und brutal umgebracht haben sollen.

Die beiden Franzosen hätten unter Folter den Organhandel eingestanden, sagte Polizeikommandeur Guy Bobin Randriamaro der Nachrichtenagentur AFP. Die beiden Europäer seien anschließend am Strand der Insel Nosy Be getötet und verbrannt worden, sagte ein weiterer Polizeivertreter.

Der achtjährige Junge war am vergangenen Freitag verschwunden. Am Mittwoch stürmte eine aufgebrachte Menge zur Polizeiwache in der Hauptstadt Hell-Ville, weil sie vermutete, dass der Entführer des Kindes dort in Haft sitze. Die Polizei feuerte nach eigenen Angaben in die Luft, um die Menge zu vertreiben, doch wurden bei den Unruhen mindestens ein Mensch getötet und mehrere weitere verletzt.

Am Donnerstag wurde dann die Leiche des Jungen entdeckt, dem der Penis und die Zunge abgeschnitten worden waren, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Einheimischen hätten daraufhin zwei Madagassisch sprechende Franzosen verdächtigt, die Entführung des Jungen angeordnet zu haben und mit Organen zu handeln. Die Menge habe auch acht Häuser von Polizisten in Brand gesteckt. Das französische Konsulat in Madagaskar warnte alle Franzosen eindringlich vor einer Reise auf die Insel Nosy Be.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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