Preisanstieg: Raucher hamstern Zigaretten

Berlin - Zigaretten werden ab Sonntag teurer: Verbraucher, Händler und Hersteller haben sich mit Vorräten eingedeckt. Größere Auswirkungen auf den Markt erwartet der Tabakhandel aber nicht.

Wegen der bevorstehenden Erhöhung der Zigarettenpreise haben viele Raucher Glimmstängel gehamstert. “Es gibt sicher preissensible Konsumenten, die sich im Handel zu alten Preisen bevorratet haben“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands des Tabakwaren-Einzelhandels, Willy Fischel, der Nachrichtenagentur dpa in Köln. Die Tabaksteuer wird zum 1. Mai erhöht. Deshalb steigt zum Beispiel der Preis für eine Schachtel Zigaretten um durchschnittlich 20 Cent.

Fischel erwartet, dass einige Raucher als Folge auf günstigere Produkte umsteigen werden, etwa von

Zigaretten

auf Feinschnitt zum Selberdrehen. “In Summe rechnet der

Handel

aber nicht mit gravierenden Marktveränderungen.“ Die jetzige Steuererhöhung ist die erste einer fünfstufigen Anhebung, die die

Bundesregierung

beschlossen hat. Bis 2015 soll die Tabaksteuer jährlich um 4 bis 8 Cent je Zigarettenpackung steigen, für eine 40-Gramm-Feinschnittpackung um 12 bis 14 Cent.

Natürlich seien die Tabakhändler von der Erhöhung der Steuer nicht begeistert, sagte Fischel. “Aber wenn das schon sein muss, dann besser in kleinen Schritten, so wie es jetzt geplant ist.“ In der Vergangenheit dagegen sei die Tabaksteuer meist auf einen Schlag drastisch erhöht worden.

Im Hinblick auf mögliche Hamsterkäufe von Verbrauchern haben sich nach Erkenntnissen des

Statistischen Bundesamtes

auch Hersteller und

Händler

Vorräte angelegt. Nach Angaben von Fischel konnten die Hersteller bis zum 20. März alte Steuerzeichen vom

Staat

beziehen, die neuen seien seit dem 1. März erhältlich.

Rauchen am Arbeitsplatz: das sind Ihre Rechte

dfdfdf

Rauchen am Arbeitsplatz: Das sind Ihre Rechte

Um Ärger zu vermeiden, ist es für Raucher wichtig, Pausenzeiten einzuhalten. Sofern nicht vom Arbeitgeber gestattet, besteht kein Anspruch auf bezahlte Raucherpausen. Weil Rauchen eine Freizeitbeschäftigung ist, gibt es kein Recht, zusätzlich alle zwei Stunden eine Fünf-Minuten Pause einzulegen. © dpa
Arbeitgeber können von Mitarbeitern verlangen, vor Raucherpausen auszustempeln. Die versäumte Zeit muss nachgearbeitet werden. Wer sich daran nicht hält, dem droht eine Abmahnung und im zweiten Schritt sogar die Kündigung. © dpa
Paragraf 618 des Bürgerlichen Gesetzbuches schreibt grundsätzlich Schutzmaßnahmen in einem Betrieb vor. Demnach ist der Arbeitgeber verpflichtet, alles zu tun, um Gefahr für das Leben und die Gesundheit abzuwenden. Mittlerweile ist unstrittig, dass Rauchen auch anderen schadet. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Passivrauchen schädlich ist. © dpa
Das bezieht sich auf den Arbeitsplatz eines Mitarbeiters, aber auch auf Toiletten sowie Pausen- und Bereitschaftsräume. © dpa
Im Mai 2009 hat das Bundesarbeitsgericht daher in einem Urteil (Az.: 9 AZR 241/08) den Grundsatz bestätigt, wonach jedem Arbeitnehmer ein tabakfreier Arbeitsplatz zusteht. Der Arbeitgeber muss Beschäftigte zumindest soweit schützen, wie die “Natur der Dienstleistung“ es gestattet. © dpa
Keine Frage, der Druck auf Raucher in Betrieben hat zugenommen. Das liegt unter anderem daran, dass immer mehr Arbeitgeber wirtschaftliche Nachteile des Rauchens sehen - etwa die Abwesenheit vom Arbeitsplatz während der Raucherpausen sowie längere Krankheitszeiten. © dpa
So mancher Raucher spricht inzwischen von Diskriminierung. Doch bis der Nichtraucherschutz eine so große Bedeutung erlangte, war es ein weiter Weg. © dpa
Strikte Regeln gab es zunächst nur für Betriebe, die mit brennbaren Materialien hantierten oder Fleisch verarbeiteten. Erst 2002 wurde der verbindliche Schutz von Mitarbeitern auf die übrigen Bereiche des Arbeitslebens ausgedehnt. © dpa
Fünf Jahre später verbot der Bund Rauchen in seinen Einrichtungen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Bahnhöfen. Es folgten Regelungen der Länder, die den Tabakgenuss an Arbeitsplätzen mit Publikumsverkehr - also Gaststätten - auf verschiedene Weise einschränken. © dpa
Die heutigen strengen Vorschriften im Betrieb gelten selbst für Einzelbüros von Rauchern. Es sei denn, es handelt sich um ein Büro, das sonst niemand betritt und von wo aus kein Rauch nach außen dringt. Das dürfte in der Praxis aber nie der Fall sein © dpa
Rechtlos sind Raucher aber auch heutzutage nicht. Nicht zuletzt deshalb muss ein Betriebsrat - sofern vorhanden - bei Entscheidungen zu Rauchverboten einbezogen werden. © dpa
Chefs dürfen Rauchen nicht mit dem Argument verbieten, Mitarbeitern ihr Laster abgewöhnen zu wollen. Denn: Es ist nicht Sache des Betriebes, Raucher zu Nichtrauchern zu machen. © dpa
Daher muss es Plätze geben, an denen Rauchen gestattet ist. Genüge ist getan, wenn Qualmen lediglich außerhalb der Gebäude erlaubt wird. © dpa
Im Klartext heißt das: Raucher müssen im Zweifelsfall bei Wind und Wetter draußen stehen. © dpa

Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden von Januar bis März in Deutschland 17,5 Prozent mehr Zigaretten versteuert als im Vorjahreszeitraum, der Feinschnitt-Absatz nahm um rund ein Viertel zu. Auch die Menge der versteuerten Zigarren und Zigarillos stieg um knapp zehn Prozent. Insgesamt erhöhte sich der Tabakwaren-Umsatz um 18,7 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Freimarkt Bremen 2021: Das einzige Mega-Event in Deutschland während Corona
WELT
Freimarkt Bremen 2021: Das einzige Mega-Event in Deutschland während Corona
Freimarkt Bremen 2021: Das einzige Mega-Event in Deutschland während Corona
„Sahara-Luft“! Experte sagt Temperaturexplosion für nächste Woche voraus
WELT
„Sahara-Luft“! Experte sagt Temperaturexplosion für nächste Woche voraus
„Sahara-Luft“! Experte sagt Temperaturexplosion für nächste Woche voraus
Nach Flucht von KZ-Sekretärin (96): Zweiter Prozesstag steht bevor
WELT
Nach Flucht von KZ-Sekretärin (96): Zweiter Prozesstag steht bevor
Nach Flucht von KZ-Sekretärin (96): Zweiter Prozesstag steht bevor

Kommentare