Zu Gedenken an die Reformation

Reformationstag 2018: Ist der 31. Oktober ein Feiertag?

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Der Reformationstag 2018 ist in neun Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Er erinnert an den Beginn der Reformation durch Martin Luther.

Neun Bundesländer haben den Reformationstag zu einem Feiertag erklärt. Deshalb haben sie am 31. Oktober 2018 frei.

Der Reformationstag ist ein religiöser Feiertag und in der evangelischen Kirche von Bedeutung. Protestanten in aller Welt feiern an diesem Tag den Beginn der Reformation der Kirche durch Martin Luther (1483 -1546). In neun Bundesländern ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag. Wir haben zusammengefasst, welche das sind.

Gesetzlicher Feiertag: Wann ist der Reformationstag 2018?

Der Reformationstag ist am 31. Oktober. Martin Luther soll seine 95 Thesen am Tag vor Allerheiligen 1517 in lateinischer Sprache an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg genagelt haben, also am 31. Oktober 1517

Dieses Jahr fällt der Reformationstag auf einen Mittwoch. Die Termine für die Jahre 2018, 2019, 2020 sind:

  • Reformationstag 2018: Mittwoch, 31. Oktober 2018
  • Reformationstag 2019: Donnerstag, 31. Oktober 2019
  • Reformationstag 2020: Freitag, 31. Oktober 2020

Ob Martin Luther tatsächlich seine 95 Thesen am 31. Oktober 1517 an die Schlosskirche von Wittenberg geschlagen hat, ist unter Historikern allerdings umstritten. Sicher ist nur, dass er sie an den damaligen Erzbischof von Mainz und Magdeburg, Albrecht von Brandenburg, geschickt hat. Zur Zeiten Luthers lebten in Wittenberg nur etwa 2000 Menschen.

Gesetzlicher Feiertag: Was wird am Reformationstag gefeiert?

In seinen 95 Thesen prangerte der Reformator Martin Luther kirchliche Missstände wie beispielsweise den Ablasshandel an. In der Zeit Luthers war es üblich, die Vergebung der Sünden an Geldzahlungen zu knüpfen. Martin Luther vertrat die Ansicht, dass die Vergebung der Sünden bereits durch den Tod von Jesus am Kreuz geschehen sei.

Luther wollte die Kirche zum geistigen Ursprung des Evangeliums zurückführen. Die Taten von Martin Luther leiteten die Reformation der Kirche im damaligen Deutschen Reich ein. Sein Vorhaben fand Befürworter, aber auch Gegner. Die mittelalterliche Kirche unter der Führung des Papstes verweigerte sich seiner Reform. So kam es zur Abspaltung von der katholischen Kirche. 

Als Gedenktag an die Geschehnisse im 16. Jahrhundert setzte Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen im Jahr 1667 – also 150 Jahre nach der Reformation – den 31. Oktober fest.

Der Reformationstag am 31. Oktober ist seit 1990 in fünf Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag. Nach dem bundesweiten Feiertag zum 500. Jubiläum der Reformation haben vier weitere Bundesländer den Reformationstag zum gesetzlichen Feiertag erklärt.

Gesetzlicher Feiertag: Wer feiert den Reformationstag?

In Deutschland feiern Protestanten den Reformationstag. Rund 22 Millionen Menschen gehörten Ende 2017 der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) an. Der Anteil der in Deutschland lebenden evangelischen Christen lag im Jahr 2016 bei 26,6 Prozent. Zum Vergleich: Der katholischen Kirche gehören 28,6 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland an.

Reformationstag: In diesen Bundesländern ist der 31. Oktober 2018 ein Feiertag

Der Reformationstag ist in neun Bundesländern ein Feiertag. Das sind:

  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

In diesen Bundesländern haben alle am Reformationstag frei. 

Gesetzlicher Feiertag: Eignet sich der Reformationstag zum Kurzurlaub?

Der Reformationstag am 31. Oktober fällt 2018 auf einen Mittwoch. Wer ein verlängertes Wochenende genießen möchte, muss sich also gleich zwei Tage freinehmen - entweder Montag und Dienstag oder Donnerstag und Freitag. Dann hat man allerdings auch fünf Tage am Stück frei.

Reformationstag - zusätzlicher Feiertag für alle?

Der Reformationstag war 2017 zum 500. Jubiläum des Reformationsbeginns ein bundesweiter Feiertag. Das ist normalerweise nicht so. Nur in stark evangelisch geprägten Bundesländern ist der Reformationstag ein gesetzlicher Feiertag. 

Einige vorrangig katholisch geprägte Bundesländer haben dafür allerdings an Allerheiligen, das auf den 1. November fällt, einen gesetzlichen Feiertag. Das sind:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz 
  • Saarland

In diesen Bundesländern ist Allerheiligen ein sogenannter Stiller Feiertag. Das bedeutet, dass keine öffentlichen Tanzveranstaltungen durchgeführt werden dürfen. In Bayern führt das Tanzverbot immer wieder zu Diskussionen, wie Merkur.de* berichtet.

Wo ist der Reformationstag 2019 ein Feiertag?

Für den Reformationstag 2019 gelten die gleichen Regelungen wie am Reformationstag 2018. Das bedeutet, dass der 31. Oktober in neun Bundesländern frei ist. In allen anderen Bundesländern ist der Tag ein ganz normaler Werktag.

In diesen Bundesländern ist der Reformationstag kein Feiertag

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Berlin
  • Hessen
  • Rheinland-Pfalz
  • Nordrhein-Westfalen
  • Saarland

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Lesen Sie auch: Ist eigentlich der Buß- und Bettag 2017 ein Feiertag?

ml/sch

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