Überblick für den Freistaat

Corona-Zahlen steigen: München weiterhin im roten Bereich - Stadt reagiert mit verschärften Regeln

Der Corona-Fallzahlen haben in Bayern erstmals seit langer Zeit wieder die 1000 überschritten. Jetzt stellte Markus Söder neue Maßnahmen zur Eindämmung des Virus vor.

  • Die Corona*-Zahlen in Bayern steigen auf ein historisches Hoch.
  • Neue Regeln und Maßnahmen sollen helfen, die Pandemie einzudämmen.
  • In manchen Bereichen ist man in Bayern strikter als im Rest Deutschlands.
  • Eine Übersicht der aktuellen Fallzahlen* in Bayern finden Sie auf unserer Karte.

Update vom 17. Oktober, 12.23 Uhr: Jetzt richtet sich Angela Merkel mit einer dramatischen Video-Botschaft an Deutschland. Weitere Maßnahmen werden nicht angeordnet, doch sind die Worte und Forderungen der Kanzlerin eindringlich.

Update vom 17. Oktober, 10.53 Uhr: Die Stadt München informiert, dass ab dem heutigen Samstag (17. Oktober) die vom Freistaat vorgegebene Verschärfung der Corona-Maßnahmen gilt. Bisher waren die Regelungen der Stadt München geltend. So etwa das Ausschankverbot von Alkohol ab 22 Uhr. Ab sofort gilt jedoch auf Grund der hohen Inzidenz die Sperrstunde für die Gastronomie ab 22 Uhr. Das RKI beziffert die Inzidenz aktuell auf 60,7. Damit entfernt sich der wichtige Wert immer weiter von der entscheidenden Grenze von 50.

Update vom 16. Oktober, 13.26 Uhr: Neben dem gekippten Beherbergungsverbot fällt am Samstag eine weitere Beschränkung. Wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag mitteilte, soll auch die Höchstgrenze für Teilnehmer an Gottesdiensten im Freien aufgehoben werden. Damit wolle man in Hinblick auf die kommenden Feiertage (Allerheiligen, Weihnachten) eine wichtige Botschaft senden. Es bleibe aber dabei, dass bei den Gottesdiensten die Abstandsregeln, die Maskenpflicht und auch die Hygienekonzepte eingehalten werden müssten. „Ich vertraue hier auf die Umsetzung der Pfarrgemeinden und der Gottesdienstbesucher“, sagte Herrmann.

Update vom 16. Oktober, 11.19 Uhr: In Bayern endet am kommenden Freitag das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten innerhalb Deutschlands. Die Staatsregierung werde die Regelung nicht verlängern, „wir belassen es dabei“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Söder reagiert mit massiven Verschärfungen auf Corona-Ausbreitung: Diese Regeln gelten ab Freitag in ganz Bayern

Erstmeldung vom 15. Oktober 2020: München - Nach der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin am Mittwoch traf sich heute das bayerische Kabinett, um über die dort beschlossenen Corona-Maßnahmen zu beraten. Dabei wurde darüber diskutiert, ob die Vorgaben aus Berlin so übernommen oder ob die Regeln in Bayern noch einmal verschärft werden. Anschließend stellten Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger das Ergebnis auf einer Pressekonferenz vor.

Pressekonferenz zu den Corona-Regeln in Bayern: Das Beherbergungsverbot bleibt weiter bestehen

Obwohl in Baden-Württemberg per Gerichtsbeschluss und in Sachsen per Regierungsbeschluss das umstrittene Beherbergungsverbot gekippt wurde, will man in Bayern weiter daran festhalten. Man wolle aber das Urteil aus dem Nachbarbundesland genau überprüfen, sagte Söder. Bis zum Ende der Herbstferien (etwa um den 8. November) soll das Verbot weiter gelten. Dann will man auch in diesem Punkt ein für Deutschland einheitliches System finden.

Trotz steigender Infektionszahlen halten es Söder und Aiwanger für möglich, dass es in Bayern Weihnachtsmärkte geben wird. Sollte jedoch ein Inzidenzwert* von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner erreicht werden, sei die Wahrscheinlichkeit, dass solch ein Markt abgehalten wird, eher gering, so Söder. Der Wirtschaftsminister blieb in dem Punkt etwas optimistischer. „Wenn wir entsprechende Konzepte haben und die Zahlen uns nicht davon galoppieren, halte ich es für durchaus möglich und durchführbar“. Weihnachtsmärkte wären auch für öffentliche Seele gut und wichtig, sagte Aiwanger.

Pressekonferenz zu Corona-Maßnahmen: Das sind die Regeln, die ab morgen in Bayern gelten

In Bayern will man sich zur Bekämpfung der Corona*-Pandemie nun an dem Prinzip der aus Österreich entlehnten Corona-Ampel* orientieren. So geben die Farben an, welchen 7-Tage-Inzidenzwert die jeweilige Stadt bzw. Landkreis gerade hat. Die beschlossenen Maßnahmen sollen ab Freitag (16. Oktober) oder spätestens Samstag (17. Oktober) gelten.

Steht die Ampel auf Grün (Inzidenzwert unter 35): Es gilt eine Maskenpflicht in besonderen Bereichen wie beim Öffentlichen Nahverkehr oder in Gaststätten. Es muss auch ein Mund-Nasen-Schutz überall dort getragen werden, wo der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. Veranstaltungen mit 100 Personen in geschlossenen Räumen sowie mit 200 Menschen im Freien sind erlaubt.

Steht die Ampel auf Gelb (Inzidenzwert ab 35): Dann gilt eine erweiterte Maskenpflicht. An stark frequentierten Plätzen (Fußgängerzonen, im Hörsaal einer Uni, am Arbeitsplatz) oder überall an Orten an denen man den nötigen Abstand nicht mehr wahren kann, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Außerdem gibt es eine Sperrstunde von 23 Uhr für gastronomische Betriebe. Damit einher geht ein Alkoholverkaufsverbot von Tankstellen sowie ein Konsumverbot auf öffentlichen Plätzen ab 23 Uhr. Zudem dürfen nur noch zehn Personen zu privaten Feiern oder Veranstaltungen zusammenkommen. In diesem Punkt geht Bayern über die Vorgaben aus Berlin hinaus.

Steht die Ampel auf Rot (Inzidenzwert ab 50): Jetzt müssen auch Kinder in der Grundschule und im Hort einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Bisher wurde das nur empfohlen. Das Alkoholverkaufsverbot bestehe dann natürlich weiterhin, so Söder. Lediglich die Sperrstunde werde um eine Stunde vorverlegt ‒ auf 22 Uhr. Damit schert Bayern ebenfalls ‒ im Vergleich zu den Berliner Beschlüssen ‒ aus. Private Feiern und Treffen werden nur noch mit fünf Personen aus zwei Haushalten möglich sein. Dabei sei es dann auch egal, ob man sich im öffentlichen oder privaten Bereich treffe, so der Ministerpräsident.

Pressekonferenz zu den neuen Corona-Regeln in Bayern: Maßnahmen vorerst auf vier Wochen angesetzt

Die Beschlüsse, welche die Bayerische Staatsregierung jetzt auf den Weg gebracht hat, gelten vorerst für vier Wochen. Man wolle aber wöchentlich anhand der aktuellen Zahlen überprüfen, ob Änderungen nötig seien, so Söder. Es sei wichtig, „wieder vor die Welle* zu kommen“, sagte der Landeschef auf der Pressekonferenz. Derzeit liegt Bayern mit 1072 Neuinfektionen (Stand: 15. Oktober 8 Uhr) so hoch wie schon seit langem nicht mehr. Und obwohl die Inzidenz noch bei 31,9 liegt, haben schon mehrere Städte und Landkreise die 50er-Marke überschritten. Insgesamt haben sich seit dem Beginn der Pandemie 75.696 Menschen mit dem Virus infiziert. 2698 Personen sind an der Krankheit gestorben. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Tobias Hase/dpa/dpa-Bildfunk

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