Wuppertal

Rocker-Präsident von SEK-Beamten erschossen

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Kripo am Tatort in Wuppertal. Bei der geplanten Festnahme wurde der Rocker-Präsident am vergangenen Freitag erschossen.

Die tödlichen Schüsse auf einen türkischen Rocker in Wuppertal sind von einem SEK-Beamten abgefeuert worden. 

Wuppertal - „Wir haben gegen ihn Vorermittlungen eingeleitet“, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft am Donnerstag. 

Der Getötete sei zumindest zeitweise Präsident des Chapters Wuppertal der Rockergruppe „Osmanen Germania“ gewesen. Gegen ihn habe ein Haftbefehl wegen „szenetypischer Taten“ vorgelegen. Bei der geplanten Festnahme durch eine Spezialeinheit war der 43-Jährige am vergangenen Freitag von einem Polizisten in seiner Wohnung erschossen worden.

Witwe erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Aus Neutralitätsgründen übernahm die Polizei in Essen die Ermittlungen. Der türkischen Zeitung „Sabah“ sagte die Witwe des Erschossenen, ein Polizist habe ihr bei dem Einsatz in den Rücken getreten. Als ihr Mann darauf „reagiert“ habe, sei er erschossen worden. Die Polizisten hätten bei der Erstürmung der Wohnung eine Rauchbombe gezündet. Die Staatsanwaltschaft wollte die Aussage nicht kommentieren. Das Ergebnis der Untersuchungen werde in der kommenden Woche erwartet.

Rockergruppe „Osmanen Germania“

Die Behörden hatten sich zu dem Vorfall tagelang weitgehend in Schweigen gehüllt. Die Rockergruppe „Osmanen Germania“ steht nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP und zum Umfeld des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Gruppierung vertrete türkisch-nationalistische und rechtsextremistische Positionen.

Die Polizei war in NRW wegen des Verdachts der Geldwäsche, Drogen- und Waffendelikten gegen die Gruppe vorgegangen. Worum es bei der offenbar aus dem Ruder gelaufenen Festnahme konkret ging, will die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen. In NRW hat die Gruppierung Osmanen Germania 14 Chapter mit 170 Mitgliedern und steht auch in Verbindung mit den vom Verfassungsschutz beobachteten „Grauen Wölfen“.

dpa

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