Auch Fotograf draußen

Russland lässt Greenpeace-Ärztin auf Kaution frei

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Am Wochenende demonstrierten fast 1000 Menschen in Berlin und Hamburg (Foto) gegen die Inhaftierung der Greenpeace-Aktivisten.

Moskau - Die russische Justiz hat am Montag ein Mitglied der Besatzung des Greenpeace-Schiffs "Arctic Sunrise", die Ärztin Jekaterina Saspa, auf Kaution freigelassen.

Im Fall der 30 inhaftierten Besatzungsmitglieder des Greenpeace-Schiffs "Arctic Sunrise" hat die russische Justiz eine Ärztin und einen Fotografen auf Kaution freigelassen. Wie die Umweltorganisation am Montag mitteilte, entschied ein Gericht in St. Petersburg, Jekaterina Saspa und Denis Siniakow auf freien Fuß zu setzen. Ein anderes Gericht verlängerte indes für den australischen Aktivisten Colin Russell die Untersuchungshaft um drei Monate.

Saspa arbeitete als Ärztin auf dem Eisbrecher "Arctic Sunrise", der im September von der russischen Küstenwache aufgebracht worden war, nachdem Aktivisten versucht hatten, eine Bohrplattform des Energiekonzerns Gazprom zu besteigen. Mit der Protestaktion wollten sie auf die Gefahren der Ölförderung für die Umwelt in der Arktis aufmerksam machen. Der freie Fotoreporter Denis Siniakow befand sich ebenfalls an Bord.

Laut Greenpeace wurde Saspa gegen die Zahlung von zwei Millionen Rubel (45.500 Euro) freigelassen. Die beiden Russen Sapsa und Siniakow waren die ersten Besatzungsmitglieder, die freigelassen wurden. Zuvor hatte ein anderes Gericht in St. Petersburg entschieden, die Untersuchungshaft für den 59-jährigen Australier Colin Russel bis zum 24. Februar zu verlängern. Auch die Fälle der 27 anderen Besatzungsmitglieder sollen diese Woche geprüft werden.

"Die Behörden sagen, dass sie drei weitere Monate brauchen, um zu einem eingebildeten Vergehen zu ermitteln, das nicht in ihre Rechtshoheit fällt", kritisierte Greenpeace-Chef Kumi Naidoo. "Diese Affäre ist wirklich ein Zirkus." Seine Organisation kündigte an, rechtlich gegen die Untersuchungshaft der Aktivisten vorzugehen und nichts unversucht zu lassen, bis "jeder von ihnen wieder bei seiner Familie zu Hause ist".

Festgenommen wurden insgesamt 28 Aktivisten und zwei Journalisten aus 18 Ländern. Sie waren zunächst in der nördlichen Hafenstadt Murmansk inhaftiert, wurden später aber nach St. Petersburg verlegt. Ihnen soll wegen "Rowdytums" der Prozess gemacht werden, offiziell wurde aber auch der Tatvorwurf der gemeinschaftlichen Piraterie noch nicht fallengelassen. Rowdytum kann in Russland mit bis zu sieben Jahren, Piraterie mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet werden.

Die Festnahme der Aktivisten führte international zu scharfen Protesten. Vor dem Internationalen Seegerichtshof in Hamburg läuft zudem ein Verfahren gegen Russland wegen der Kaperung der "Arctic Sunrise", die unter niederländischer Flagge fährt. Die Niederlande ebenso wie Greenpeace halten die Aktion für illegal, da sich das Schiff in internationalen Gewässern befand. Russland ignoriert bislang das Verfahren, in dem am Freitag ein Urteil erwartet wird. 

afp

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