Schweiz: Schießwütiger Rentner plant seinen Tod

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Polizisten am Tatort in Biel (Schweiz), wo sich die Schießerei ereignete. 

Biel - Ein bewaffneter Rentner, der seit Tagen die Polizei in der Schweiz in Atem hält, hat alles minuziös geplant - auch seinen Kampf mit den Beamten.

Ein Sprecher von der Kantonspolizei Bern verwies darauf, dass sich der 67-Jährige nach den neuesten Erkenntnissen nicht in seinem Elternhaus verbarrikadiert habe, um sich dem Polizeieinsatz zu entziehen. “Wir sehen ihn als einen Mann, der alles vorbereitet hat, um am 8. September eine letzte, finale Auseinandersetzung mit dem Staat und der Polizei als Vertreter des Staates zu führen und dabei zu sterben“, sagte Herter. Der Mann habe sich akribisch auf den bewaffneten Konflikt mit der Polizei vorbereitet. Allerdings sei der Rentner physisch erschöpft und lebensmüde. “Er hat alles perfektionistisch dokumentiert. In seinem Tagebuch hat er die Tage bis zu seinem Tod durchgezählt. Solche Verhaltensweisen waren bisher nur aus Filme bekannt“, sagte der Polizeiexperte.

Der Mann hatte sich in seinem Haus nahe dem Stadtzentrum verschanzt. Seit Mittwoch ist der hochgebildete Mathematiker, der einen Polizisten schwer verletzte, auf der Flucht. Zweimal konnte der Mann Einsatzkräften entkommen.

Er habe sich seit Jahren einen Kampf mit den Behörden geliefert, so die Polizei, die hunderte Dokumente gesichtet hat. Hintergrund des Dramas ist die geplante Versteigerung des Wohnhauses des Rentners nahe der Innenstadt von Biel und eine vorgesehene Einweisung in eine psychiatrische Anstalt. Am Mittwochnachmittag wäre ein Besichtigungstermin gewesen.

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Nachdem Vertreter verschiedener Behörden vergeblich versucht hatten, mit dem Mann zu reden, griff die Polizei ein, deren Einsatz kontrovers diskutiert wird. So wird gefragt, warum die Beamten nicht nach dem ersten Schuss, der den mittlerweile außer Lebensgefahr befindlichen Polizisten traf, das Haus gestürmt habe. Da den Behörden bekanntgewesen sei, in welcher Stresssituation sich der Mann befunden habe, wäre ein behutsameres Vorgehen ratsam gewesen, sagen Experten. Auch wird wiederholt der in der Schweiz mögliche finale Schuss ins Spiel gebracht, der den Täter töten könnte. Nach Angaben der Polizei wird aber weiterhin versucht, Tote zu vermeiden. so sind in Biel die schwer bewaffneten Einsatzkräfte weitgehend verschwunden. Dafür patrouillieren Beamte in Zivil, wohl auch, um den Schützen durch Uniformen nicht direkt zu provozieren.

Die Justiz geht aber davon aus, das der Bevölkerung kaum Gefahr droht, da der Mann seine Wut gegen den Staat und damit gegen die Polizei richte. Die Bevölkerung kann sich in dem Stadtviertel wieder einigermaßen frei bewegen, sogar Kinder spielen wieder. Ob eine nahe gelegene Schule am Montag erneut geschlossen bleibt, war zunächst unklar.

dpa

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