123 Schnellprozesse gegen Berliner Jugendliche

Berlin - Seit der Einführung von Schnellprozessen, dem sogenannten Neuköllner Modell, gegen Jugendliche in ganz Berlin im Sommer hat es jeden Monat knapp 20 solcher Verfahren gegeben.

Wie der “Berliner Kurier“ (Sonntag) berichtete, wurden seit 1. Juni 123 Verfahren nach dem Neuköllner Modell eingeleitet. Es sieht vor, kleinere Delikte wie Diebstahl oder Vandalismus einfach und schnell zu ahnden. Die Polizei schickt nach einer aufgeklärten Tat die Akte zum Staatsanwalt und Jugendrichter. Die Strafe folgt innerhalb von fünf Wochen.

Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) sagte dem Blatt: “Die Strafe muss schnell auf dem Fuße folgen und ist ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung der Jugendkriminalität.“

Anfang 2008 wurde das Modell im Bezirk Neukölln eingeführt. Es war eine Initiative der Jugendrichterin Kirsten Heisig. Sie nahm sich Ende Juni 2010 das Leben. Vier Wochen zuvor war ihr Projekt auf ganz Berlin ausgedehnt worden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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