Sex mit Schülerin (14): Lehrer bekommt Bewährung

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Lehrer Peter M. hatte das Verhältnis zu der damals 14-Jährigen gestanden

Hamburg - Für Sex mit einer 14-jährigen Schülerin ist ein Hamburger Lehrer am Freitag vom Landgericht zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Der 46-Jährige habe sich des sexuellen Missbrauchs einer Schutzbefohlenen in acht Fällen schuldig gemacht, hieß es am Freitag bei der Urteilsverkündung am Hamburger Landgericht. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten gefordert, die Verteidigung plädierte für elf Monate auf Bewährung.

Die Affäre zwischen dem ehemaligen Mathematik- und Biologielehrer und der damals 14 Jahre alten Schülern dauerte von Februar bis Juni des vergangenen Jahres. Vor dem ersten privaten Treffen hatte es intensiven Kontakt über das Internetportal Facebook gegeben. Bis zu drei Stunden am Tag chattete der Verurteilte mit dem Mädchen.

Er nannte sie dabei „Liebling“, sie siezte ihn konsequent weiter, um sich im Unterricht nicht zu versprechen. Dann trafen sie sich auch außerhalb der Schule, im März 2011 kam es zum ersten Sex - dafür mietete der Familienvater extra eine Ferienwohnung an - für die Schülerin war es ihr erstes Mal.

Entdeckt wurde das Verhältnis von der Schwester der Schülerin, die die Chatunterhaltungen auf dem iPhone der 14-Jährigen fand. Daraufhin wurde dem Lehrer der Kontakt zu der Jugendlichen verboten.

Verurteilter hat selbst 16-jährige Tochter

Dieses brach der 46-Jährige jedoch noch am Abend der Suspendierung. Um doch noch aus der Sache herauszukommen, übte er Druck auf die Schülerin aus und forderte er sie sogar dazu auf, ihm eine E-Mail zu schreiben und darin den sexuellen Kontakt mit ihm zu bestreiten. Nach einem Monat schrieb sie die Zeilen - aus Liebe. Er kam danach wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Anfang April legte der Verurteilte aber ein umfassendes Geständnis über die Affäre ab und ersparte der Schülern damit, selbst als Zeugin vor Gericht auftreten zu müssen.

Das Gericht erkannte an, dass das Verhältnis zwischen der 14-Jährigen und dem Lehrer von gegenseitiger Verliebtheit und emotionaler Verbundenheit geprägt war. Der Verurteilte habe aber seine Pflicht, als Lehrer ein ehrbares und vertrauenswürdiges Verhältnis zu den Schülern zu wahren, in höchstem Maße verletzt. „Sie haben nicht nur die geistige, sondern auch die körperliche Distanz zu Ihrer Schülerin aufs gröbste verletzt“, sagte der Vorsitzende Richter in seiner Begründung. Auch wenn der Angeklagte schon vor seiner Affäre Probleme in seiner Ehe gehabt habe: „Die Schülerinnen Ihrer Schule sind tabu“, stellte der Richter klar.

Auch sei nicht nachvollziehbar, wie er als Vater einer 16-jährigen Tochter die Gefühle der ersten Liebe einer Jugendlichen ausnutzen konnte. „Wie würden Sie es finden, wenn Ihre Tochter den ersten sexuellen Kontakt mit einem Lehrer macht?“, fragte der Richter den Angeklagten.

Lehrer saß vier Monate in Untersuchungshaft

Den Beruf des Lehrers darf der 46-Jährige künftig nicht mehr ausüben, auch der Beamtenstatus wird ihm aberkannt. Vor seiner Suspendierung gab er die Klasse der 15-Jährigen sogar noch als Wunsch für das nächste Jahr an.

Das Gericht rechne nach eigenen Angaben nicht damit, dass es zu weiteren Vergehen des 46-Jährigen komme. Er müsse jetzt mit den persönlichen Konsequenzen des Jobverlusts und der Gefahr, die eigene Familie zu verlieren, leben. Gegen das Urteil kann innerhalb einer Woche Revision eingelegt werden.

dapd/dpa

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