Häufig gestellte Fragen zur Schweinegrippe

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Schweinegrippevirus: Fragen und Antworten.

Eine neue Schweinegrippe-Welle rollt über Deutschland. Die Zahl der gemeldeten Fälle nimmt stetig zu. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten um Schweinegrippe und Impfung.

Über die Schweinegrippe

Welche Symptome verursacht die Schweinegrippe?

Das Krankheitsbild der Schweinegrippe ähnelt bei Erwachsenen den Symptomen der “normalen“ saisonalen Grippe. Die Erreger befallen den Atemtrakt und schwächen das gesamte Immunsystem. Manchmal werden auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall beobachtet. Die Krankheitsdauer beträgt laut RKI in der Regel fünf bis sieben Tage, bei Komplikationen und schweren Verläufen ist sie aber auch länger.

Wie vermeide ich eine Ansteckung?

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Wie der Schweinegrippe-Impfstoff hergestellt wird

Mit einfachen Hygienemaßnahmen kann jeder Einzelne das Risiko einer Ansteckung mit Schweinegrippeviren senken. Ausführliche Informationen zum Schutz gegen Viren gibt das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) unter wir-gegen-viren.de. Vier Alltags-Regeln stehen dabei im Mittelpunkt: Hände waschen, richtig husten und schnäuzen, Symptome ernst nehmen und Lüften. 

Für wen ist die Schweinegrippe gefährlich?

Komplikationen treten vor allem bei älteren Personen mit Grundkrankheiten (chronische Herz- oder Lungen-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes oder Immundefekte) auf. Sie kann nach Ansicht des Robert-Koch-Instituts (RKI) auch bei Menschen ohne Vorerkrankungen einen schweren Verlauf nehmen.

Welche Symptome zeigen Kinder?

Plötzlich beginnendes Unwohlsein mit Muskel-, Glieder- und Kopfschmerzen, trockener Husten, Müdigkeit und Appetitlosigkeit, Schüttelfrost, Fieber über 38 Grad, Schnupfen, Halsschmerzen, Erbrechen, Durchfall. Bei Kindern kann es zu einer Mittelohrentzündung kommen.

Welche Komplikationen können bei Erwachsenen auftreten?

Sowohl bei der saisonalen wie auch bei der Schweinegrippe können Lungenentzündung, schwere Blutvergiftung, Gehirnentzündung, Herzmuskelentzündung bei schweren Verläufen auftreten.

Über den Impfstoff

Wer wird geimpft?

Vorerst wird in zwei Gruppen geimpft. Zuerst sind diejenigen Menschen dran, die für die Sicherstellung öffentlicher Aufgaben Verantwortung tragen, vor allem medizinisches und Pflegepersonal in Arztpraxen, Kliniken und Wohlfahrtspflege, sowie Angehörige von Polizei und Feuerwehr.

Die zweite Gruppe, die vorrangig geimpft werden soll, besteht aus Menschen mit Grunderkrankungen und Schwangeren, bei denen die Gefahr eines schweren Verlaufs der Schweinegrippe größer ist.

Wenn diese Risikogruppen geimpft sind, können sich auch alle anderen Patienten impfen lassen. Es sei denn, sie haben Glück und es finden sich nicht ausreichend chronisch Kranke für die zehn Dosen pro Fläschchen Wirkstoff, sodass sie früher an der Reihe sind.

Warum soll ich mich impfen lassen?

RKI-Präsident Jörg Hacker fordert die Bundesbürger erneut auf, sich gegen das H1N1-Virus immunisieren zu lassen: “Wenn geimpft wird, hat das Virus nicht die Möglichkeit zu mutieren“, betonte er und fügte hinzu: “Wir gehen schon davon aus, dass Impfung die beste Prävention ist, man kann sich selbst schützen, man kann andere schützen und man gibt dem Virus nicht die Möglichkeit, sich zu verändern.“ Bislang könne nicht mit Gewissheit vorausgesagt werden, ob das Virus sich überhaupt verändere, möglicherweise aggressiver werde.

Wie und wo lasse ich mich gegen Schweinegrippe impfen?

Wer sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen möchte, sollte sich zunächst mit seinem Arzt in Verbindung setzen. Dabei ist erst einmal zu klären, ab wann eine Immunisierung für die breite Bevölkerung vor Ort überhaupt möglich ist. Das Thüringer Gesundheitsministerium empfiehlt auch, nicht sofort in die Praxis zu gehen, sondern nach Impfsprechstunden und der Zuständigkeit zu fragen. Denn vielerorts übernehmen auch die Gesundheitsämter die Impfung. Mitunter sei auch mit Wartezeiten zu rechnen. Da die Immunisierung eine Vorsorgeleistung ist, fällt keine Praxisgebühr an.

Welche Impfstoffe gibt es?

In der Europäischen Union sind bislang drei Impfstoffe gegen die Schweinegrippe zugelassen. „Pandemrix“ vom Pharmakonzern GlaxoSmithKline ist der Standardimpfstoff, der in Deutschland verabreicht wird. Er enthält die umstrittenen wirkstoffverstärker. Impftsoff Nummer 2 „Focetria“ enthält ebenfalls Wirkstoffverstärker. Der dritte zugelassene Impfstoff heißt „Celvapan“ und enthält keine Wirkstoffverstärker. Diesen Impfstoff hat die Bundesregierung eingekauft.

Was ist an dem Impfstoff der Bunderegierung anders?

Der Impfstoff Celvapan, den die Bundesregierung für Politiker, Bundesbeamte und Soldaten bestellte, wird diskutiert. Anders als Pandemrix und Focetria enthält er aber ganze, unwirksam gemachte Grippe-Erreger. Kritiker bringen zudem hervor, dass mögliche Nebenwirkungen von Celvapan noch weniger gut erforscht als bei den anderen beiden Impfstoffen.

Nebenwirkungen und Wirkstoffverstärker

Welche Nebenwirkungen kann die Impfung haben?

Nebenwirkungen wie Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle sowie mehrtägige Kopf- und Gliederschmerzen sind bei jeder Grippe-Impfung möglich.

Was sind Wirkstoffverstärker?

Anders als bei den normalen jährlichen Grippeschutzimpfungen enthalten Pandemrix und auch der Impfstoff Focetria Adjuvanzien, also Wirkstoffverstärker, um das Immunsystem des Menschen noch mehr anzusprechen und mehr Dosen aus derselben Menge Material zu enthalten. Wegen der Substanzen kommt es häufig zu Schmerzen an der Injektionsstelle.

Ärzte müssen vor Gabe des Impfstoffs Pandemrix den eigentlichen Impfstoff mit den Adjuvanzien vermischen und haben dann in einem Fläschchen zehn Impfstoffdosen von je einem halben Gramm. Die Impfung wird in Form einer Spritze in den Muskel verabreicht.

Welche Nebenwirkungen können durch Wirkstoffverstärker auftreten?

Impfstoff mit Wirkstoffverstärkern, sogenannten Adjuvanzien, können die Nebenwirkungen verstärken. Weitere häufige Nebenwirkungen sind aber auch bei dem Impfstoff ohne Adjuvanzien Hals- und Kopfschmerzen, Schwindel, übermäßiges Schwitzen, Gelenk- oder Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Ermüdung und Fieber. Gelegentlich wurde auch von Übelkeit, Erbrechen und Hörstürzen nach der Impfung berichtet.

Warum wird der Impfstoff kritisiert?

Weil die Wirkstoffverstärker bislang nur an einer begrenzten Zahl von Patienten erprobt worden, werden sie von einigen Gesundheitsexperten kritisch bewertet.

mm/dpa/AP

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