Selbstmordattentat: Viele Tote in Bagdad

Bagdad - Politisches Chaos und Bombenterror im Irak: Ein Selbstmordattentäter hat vor dem Gebäude einer schiitischen Stiftung in Bagdad 20 Menschen mit in den Tod gerissen.

Im irakischen Parlament formierte sich derweil eine Front gegen den schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki.

Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur dpa, ein mit Sprengstoff beladenes Auto sei am Montag vor dem Gebäude detoniert, in dem die religiösen Stiftungen der Schiiten ihren Sitz haben. Ärzte und Polizisten sprachen von 20 Todesopfern und 60 Verletzten.

Sunnitische Politiker verurteilten den Anschlag und erklärten, dieser diene dem Zweck, “Unfrieden zwischen den verschiedenen Religionsgruppen zu stiften“. In der westlichen Ortschaft Al-Haswa sprengten Unbekannte das Haus eines Polizisten in die Luft. Laut Polizei kamen drei Angehörige des Polizeibeamten ums Leben. Vier Familienmitglieder wurden verletzt. Der Polizist überlebte den Anschlag.

Al-Maliki steht derweil mit dem Rücken zur Wand. Sein schiitischer Koalitionspartner Muktada al-Sadr forderte ihn am Sonntagabend zum Rücktritt auf. Die kurdischen Parteien und die Allianz der Sunniten sammeln im Parlament Unterschriften für ein Misstrauensvotum gegen den schiitischen Regierungschef.

“Al-Maliki sollte zum Wohle des irakischen Volkes zurücktreten“, wurde der radikale Schiitenprediger Al-Sadr von einem seiner Vertrauten zitiert. Die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete am Montag, der Parlamentspräsident sei bereit, eine Sondersitzung einzuberufen, um über das Misstrauensvotum abzustimmen.

Angeblich sollen Al-Malikis Gegner die Mehrheit der 325 Abgeordneten auf ihrer Seite haben. Sie wollen dem Vernehmen nach Neuwahlen vermeiden, sondern stattdessen einen anderen Politiker aus dem Schiitenbündnis zum Regierungschef wählen.

Die Vorwürfe gegen Al-Maliki sind vielfältig. Einige Politiker werfen ihm “diktatorisches Gebaren“ vor. Andere kritisieren seine Ablehnung der Bildung von Autonomieregionen.

dpa

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