Aussage im Prozess

Sergej W. probte Bombenanschlag auf BVB mit Attrappen

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Prozess um den Sprengstoffanschlag auf den BVB Bus: Sergej W. wird angeklagt. 

Der Angeklagte im Prozess um den Bombenanschlag auf den BVB, Sergej W., hat im Prozess ausgesagt, dass er mit Attrappen einen Probelauf seiner Tat durchgeführt hat. 

Dortmund - Im Prozess um den Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund hat der Angeklagte Sergej W. ausgesagt, die Tat mit Attrappen am Teamhotel geprobt zu haben. Der Probelauf fand demnach bei einem Aufenthalt etwa einen Monat vor dem Anschlag am 11. April 2017 statt. 

Der in Russland geborene Angeklagte mit deutschem Pass bekräftigte am Montag vor dem Dortmunder Schwurgericht, er habe niemanden verletzen wollen. „Mein Ziel war, die Sprengsätze so sicher wie möglich zu gestalten“, sagte er. Bei der Tat am 11. April 2017 war der damalige BVB-Abwehrspieler Marc Bartra schwer am Arm verletzt worden. Ein Polizist erlitt ein Knalltrauma erlitten.

Angeklagter beteuert, er wollte Bombe so harmlos wie möglich konzipieren

Sergej W. schilderte am Montag, wie er die Bomben nach eigener Darstellung absichtlich so harmlos wie möglich konzipiert habe. Er habe die etwa 60 Metallstifte pro Sprengsatz bewusst in eine dicke Schicht Harz eingegossen. „Der Gedanke war, dass die Bolzen schon für das Durchdringen der Masse so viel kinetische Energie verbrauchen würden, dass sie nicht mehr gefährlich sein würden“, sagte der Angeklagte.

Darüber hinaus habe er die Menge des Sprengstoffs äußerst niedrig angesetzt und sich vorab im Internet über die Beschaffenheit des Mannschaftsbusses informiert. „Überall stand, dass die Scheiben aus Sicherheitsglas bestehen. Ich wusste, wie zäh solche Verbundscheiben sind.“

Sergej W. nahm sich Terroranschläge von Paris zum „Vorbild“

Der Angeklagte beteuerte, er habe den Anschlag verübt, um mit einer Wette auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie viel Geld einzustreichen. Dabei habe er sich die Terroranschläge von Paris 2015 zum Vorbild genommen. „Damals hatte ich registriert, dass viele Aktienkurse gefallen waren“, sagte der 28-Jährige. Er steht seit Dezember vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm 28-fachen Mordversuch vor.

Lesen Sie auch: Mutmaßlicher BVB-Attentäter plante weitere Anschläge

dpa

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