Skandal bei Opferhilfeverein

Sexuelle Belästigung beim Weißen Ring in Lübeck?

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Der gemeinnützige Verein Weißer Ring setzt sich für Opfer von Straftaten ein. 3200 ehrenamtliche Mitarbeiter haben ein offenes Ohr und Rat für Geschädigte, helfen nach einer Straftat bei Behördengängen, organisieren psychologische Betreuung und juristischen Beistand. Foto: Jens Büttner

Die Vorwürfe sind heftig. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Weißen Rings in Lübeck soll Notsuchende belästigt und genötigt haben. Er selbst streitet die Vorwürfe ab.

Lübeck (dpa) - Der Landesvorsitzende des Weißen Rings Schleswig-Holstein, der frühere Justizminister Uwe Döring, ist heute zurückgetreten.

Er wolle Schaden vom Weißen Ring, der sich seit Jahrzehnten engagiert für Kriminalitätsopfer einsetze und auf Spenden angewiesen sei, abwenden, sagte Döring in Neumünster. Hintergrund sind Medienberichte wonach der ehemalige Leiter der Lübecker Außenstelle des Weißen Rings Frauen, die Hilfe suchten, sexuell belästigt haben soll. Der heute 73-Jährige hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen.

Döring wies den Vorwurf, zu spät reagiert zu haben, zurück. Die ersten Belästigungsvorwürfe seien im November 2016 erhoben worden. Im Juli 2017 wurde dem Mann verboten, Opferfälle zu bearbeiten, formal schied er im November 2017 aus dem Weißen Ring aus.

Zwei Frauen im Alter von 40 und 50 Jahren stellten Strafanzeige gegen den 73-jährigen pensionierten Polizeihauptkommissar, wie die "Lübecker Nachrichten" (Samstag) und das Magazin "Der Spiegel" berichten. Seit dieser Woche lägen der Staatsanwaltschaft die Anzeigen vor.

Der Betreffende wies die Vorwürfe zurück. "Das ist ehrverletzend und widerlich", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Er wisse von keiner Anzeige, habe aber selbst Anzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede erstattet. Für den Weißen Ring habe er weit mehr als 1000 Fälle betreut.

Von Frauen seien bei einer Hotline seit Jahresanfang zehn weitere Fälle geschildert worden, die den 73-Jährigen belasten sollen. Die zwei Frauen, die unabhängig voneinander Anzeige erstatteten, untermauerten ihre Aussagen mit Eidesstattlichen Versicherungen, die den "Lübecker Nachrichten" vorliegen. Danach sollen sie in Beratungsgesprächen sexuell belästigt worden sein. Laut "Spiegel" soll sich der Mann vor einer Frau auch entblößt haben.

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