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Revision wird geprüft

„Sqeezer“-Sänger brutal zu Tode gefoltert - kein Urteil wegen Mordes

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Die Angeklagten Pawel A. (r) und Adam K. stehen zu Prozessbeginn im Saal 621 des Landgerichtes Berlin und verdecken ihr Gesicht.

Nach dem gewaltsamen Tod des Musikers Jim Reeves in einem Berliner Hostel wurden jetzt die zwei Angeklagte verurteilt - jedoch nicht wegen Mordes.

Urteil umfasst nicht die plädierten Forderungen

Update vom 7. November 2018: Nach dem grausamen Foltertod des „Sqeezer“-Sängers Jim Reeves sprach das Berliner Landgericht nun das Urteil aus. Die zwei angeklagten Männer aus Polen wurden zu langjährigen Haftstrafen wegen Totschlags in einem besonders schweren Fall, sowie schwerem Missbrauchs einer wehrlosen Person verurteilt. 

Während der 24-jährige Adam K. für 13 Jahre ins Gefängnis muss und seine Schuld eingestand, beläuft sich die Strafe für den 31-jährigen Pawel A. auf 14 Jahre Haft. Zudem soll A. wegen seiner Alkoholkrankheit in einer Entzugsanstalt untergebracht werden. Er hatte sich, im Gegensatz zu K., für unschuldig erklärt. Beide müssen zusätzlich mehr als 3500 Euro Schmerzensgeld an die Familien des Opfers zahlen.

Die Haftdauer liegt damit nah an den 14 Jahren und sechs Monaten, die von der Staatsanwaltschaft gefordert wurde. Die Verurteilung wegen Totschlags in einem besonders schweren Fall entspricht jedoch nicht den Forderungen der Nebenkläger. Diese hatten im Namen der Angehörigen auf lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes plädiert und kündigten die Prüfung einer Revision an.

Das Gericht begründete das Urteil mit der strafmildernden Trunkenheit der Angeklagten, der vorzeitigen Bewusstlosigkeit des Opfers und den Tod durch schwere innere Verletzungen durch Rippenbrüche, statt durch die Darmverletzungen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der 47-jährige Sänger wurde im Februar 2016 in einem Berliner Hostel von den beiden alkoholisierten Wanderarbeitern zu Tode gefoltert. Zuvor soll es zu sexuellen Angeboten durch Reeves und einem eskalierten Streit gekommen sein. Nachdem sie den bewusstlosen Sänger „in einer degradierenden, homophobe Gefühle ausdrückenden Art mehrfach mit einem Stuhlbein gepfählt“ hatten, erlag er seinen schweren inneren Verletzungen.

dpa/AFP/ab


„Sqeezer“-Sänger brutal zu Tode gefoltert - was verheimlichen die Angeklagten?

Berlin - Der 23-Jährige und der 30-Jährige sollen den Sänger und Musikproduzenten im Februar 2016 grausam und aus niedrigen Beweggründen getötet haben. In einem Sechs-Bett-Zimmer, das sie sich mit dem 47-jährigen Musiker teilten, hätten sie ihn aus schwulenfeindlichen Motiven gequält, heißt es in der am Mittwoch zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Berlin verlesenen Anklage.

Musiker Jim Reeves. 

Der aus Köln stammende Reeves, der in den 90er Jahren mit seiner Eurodance-Band Sqeezer („Blue Jeans“, „Sweet Kisses“) erfolgreich war, starb an seinen inneren Verletzungen. Seine drei Geschwister saßen nun als Nebenkläger mit im Gerichtssaal.

Die Verteidiger erklärten, dass sich ihre Mandanten derzeit nicht zu den Vorwürfen äußern werden. Die beiden polnischen Angeklagten sollen damals in Berlin auf der Durchreise gewesen sein. Der 30-Jährige wurde ein Jahr nach der Tat in Spanien festgenommen.

dpa

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