Experten uneinig

Gutachter: Münchner Amoklauf war Hassverbrechen und Terror

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Besucher legen bei einer Gedenkveranstaltung am Erinnerungsort für die Opfer des Amoklaufs in München Blumen nieder. Foto: Tobias Hase/Archiv

War es ein rechtsextremer Anschlag oder ein Amoklauf? Die Diskussion über das Hauptmotiv von David S. bei seiner Bluttat in München im Juli 2016 geht weiter. Drei Experten haben die Hintergründe untersucht - mit unterschiedlichen Ergebnissen.

München (dpa) - Der Amoklauf am Münchener Olympia-Einkaufszentrum war nach Ansicht eines von der Stadt beauftragten Gutachters ein rechtsextremes Hassverbrechen. Der Täter David S. sei ein sogenannter "einsamer Wolf" gewesen, der einen Terroranschlag verübt habe, sagte der Politikwissenschaftler Florian Hartleb.

Dass sich S. vorrangig für Mobbing in der Schule habe rächen wollen, reiche als Erklärung nicht aus.

Abweichend davon sieht der Berliner Professor für Politikwissenschaft und Soziologie Christoph Kopke die psychischen Erkrankungen von David S. als Hauptmotiv. Sie seien "der eigentliche Antrieb" für die Tat gewesen. Es sei dem Täter "nicht darum gegangen, eine politische Aussage zu treffen".

Diese Einschätzung stützt das Ergebnis der Münchner Staatsanwaltschaft. "Wir sehen nach wie vor das vom Täter erlittene Mobbing im Vordergrund", sagte Oberstaatsanwältin Gabriele Tilmann. Der Täter sei rechtsextrem gewesen, doch seien die Kränkungen "tatauslösend" gewesen.

Insgesamt drei Gutachter untersuchten im Auftrag der Stadt München die Hintergründe des Gewaltakts. Der 18-jährige David S. hatte am 22. Juli 2016 neun Menschen erschossen, die meisten waren Jugendliche mit südosteuropäischen Wurzeln. Vor einem Zugriff der Polizei tötete S. sich selbst.

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