Strafanzeige gegen Schöffen im Winnenden-Prozess

Stuttgart - Im Prozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden hat die Polizei Strafanzeige wegen Beleidigung gegen einen 59-jährigen Schöffen gestellt.

Der Laienrichter soll vergangene Woche in Stuttgart Polizeibeamte “massiv“ beleidigt haben, nachdem er kurz nach Mitternacht betrunken in der Innenstadt schlafend aufgefunden worden war, sagte ein Polizeisprecher am Freitag und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der “Stuttgarter Nachrichten“ (Freitagausgabe). Anschließend soll er in eine Ausnüchterungszelle gebracht worden sein.

Zudem hat die Stuttgarter Staatsanwaltschaft einen Befangenheitsantrag gegen den Schöffen gestellt. Es bestünden Zweifel, ob er noch objektiv und unparteiisch urteilen könne, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft zur Begründung. Allerdings habe die Kammer hierzu noch keine Entscheidung getroffen.

Die Verhandlung soll einem Gerichtssprecher zufolge am Dienstag (09. November) fortgesetzt werden. Am vergangenen Verhandlungstag (28.Oktober) war der Prozess überraschend unterbrochen worden. Der Vorsitzende Richter Reiner Skujat hatte dabei auf “dienstliche Gründe“ verwiesen. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt.

Der Vater von Tim K. muss sich seit Mitte September vor Gericht verantworten, weil er seinem Sohn Zugriff auf eine erlaubnispflichtige Schusswaffe sowie Munition ermöglicht hat. Der Schüler hatte am 11. März 2009 bei einem Amoklauf in Winnenden und seiner anschließenden Flucht in Wendlingen 15 Menschen und anschließend sich selbst getötet. Die Tatwaffe hatte er aus dem Schlafzimmer der Eltern entwendet.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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