Studie mit Ebola-Medikament: Einige Patienten reagieren positiv

+
Eine Frau läuft unter einem Ebola-Warnbanner in Sierra Leone. Ein experimentelles Medikament zeigt gute Wirkung. Foto: Tanya Bindra

Conakry (dpa) - Eine klinische Studie mit einem experimentellen Ebola-Medikament hat bei einigen Patienten im westafrikanischen Guinea eine positive Wirkung gezeigt.

Daten von 80 Teilnehmern hätten ergeben, dass das Medikament Favipiravir die Sterblichkeit bei Patienten mit einer niedrigen Viruslast im Blut reduzieren kann, teilte die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" am Dienstag mit. In dieser Gruppe habe sich die Sterblichkeitsrate von 30 auf 15 Prozent halbiert. Bei schwerkranken Menschen mit einer hohen Virenlast und bei kleinen Kindern sei das Präparat hingegen nicht wirksam. Die Studie des französischen Forschungsinstituts Inserm hatte Mitte Dezember in einem Ebola-Behandlungszentrum von "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) in der Stadt Guéckédou begonnen. "Die ganze Welt wartet auf ein Medikament gegen Ebola, und die Patienten sind stolz darauf, dass sie dabei helfen können", erklärte MSF-Krankenpfleger Julien Demeuldre. Jedoch seien die Ergebnisse für eine große Gruppe der Patienten, der es am schlechtesten geht, keine gute Nachricht, sagte MSF-Expertin Annick Antierens. "Favipiravir ist sicher kein Wundermittel."

MSF sucht derweil nach Alternativen. In der Hauptstadt Conakry sei derzeit eine weitere klinische Studie in Vorbereitung, hieß es. Dort sollen Patienten mit Blutplasma von Überlebenden behandelt werden, das Antikörper gegen das Ebolavirus enthält.  

MSF-Mitteilung

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Polizei stoppt Auto mit sieben Kindern auf umgeklappter Rückbank
Polizei stoppt Auto mit sieben Kindern auf umgeklappter Rückbank
Raser-Oma (79) muss 1200 Euro Strafe blechen
Raser-Oma (79) muss 1200 Euro Strafe blechen
Neue Details zum Amokläufer in München: Er war zuvor bei Tugce
Neue Details zum Amokläufer in München: Er war zuvor bei Tugce
Gaffer behindern Retter nach Unfällen auf A3
Gaffer behindern Retter nach Unfällen auf A3

Kommentare