Studie: Wer viele SMS schreibt, hat mehr Sex

Atlanta - Teenager mit hohem SMS-Konsum haben einer Studie zufolge mit größerer Wahrscheinlichkeit Sex. Die Vieltipperei könne auch weitere, negative Begleiterscheinungen haben. 

Laut der Studie trinken SMS-Vielschreiber auch eher Alkohol oder nehmen mehr Drogen als ihre weniger schreibenden Altersgenossen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung, für die rund 4.200 Schüler an 20 Highschools in und um Cleveland im US-Staat Ohio befragt wurden. Zwar sehen die Autoren “Hypertexting“ nicht als Ursache für diese Verhaltensweisen an, stellen aber dennoch einen Zusammenhang zwischen exzessivem SMS-Schreiben und Sex, Drogen- und Alkoholkonsum her.

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So sei die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche, die 120 oder mehr SMS pro Tag verschicken, bereits Sex hatten, dreieinhalb Mal so hoch wie bei Teenagern, die weniger Kurzmitteilungen verfassen, heißt es in der Untersuchung, die am Dienstag auf einem Kongress in Denver vorgestellt werden sollte. Außerdem seien Vielschreiber häufiger in Schlägereien verwickelt, hätten mehr Alkoholeskapaden und betrieben häufiger Drogen- und Medikamentenmissbrauch. Anders als die Kurznachrichtentipper haben die ausgiebigen Nutzer von Online-Netzwerken der Studie zufolge nicht mehr Sex als ihre Altersgenossen, die mehr Zeit offline verbringen.

Dafür erhöhe sich bei den häufigen Nutzern von Facebook & Co die Gefahr von Gewalt sowie Drogen- und Alkoholmissbrauch. “Wenn Eltern den Handy- und Onlinekonsum ihrer Kinder überwachen, kontrollieren sie wahrscheinlich auch deren sonstige Aktivitäten“, sagte der Hauptautor der Studie, Scott Frank. Ein großer Teil der Teenager sei sehr empfänglich für Gruppenzwang und habe darüber hinaus Eltern, die ihnen viele Freiräume ließen, sagte der Professor für Epidemiologie und Biostatistik an der Case Western Reserve University School of Medicine in Cleveland.

Rund 20 Prozent der Teenager schreiben 120 SMS pro Tag

Rund ein Fünftel der befragten Schüler fiel in die Kategorie der Viel-SMS-Schreiber, ein Neuntel verbringt mehr als drei Stunden täglich auf den Seiten von Online-Netzwerken. Jeder 25. Schüler gehört beiden “Risikogruppen“ an. Mädchen, Angehörige von Minderheiten, Kinder von Eltern mit geringem Bildungsgrad und alleinerziehenden Müttern sind der Studie zufolge besonders empfänglich für umfangreiche SMS- und Netzwerk-Aktivitäten.

Eine Untersuchung der Kaiser-Familien-Stiftung ergab zuvor bereits, dass rund die Hälfte der Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 18 Jahren in den USA SMS-Dienste nutzen und nach eigenen Angaben durchschnittlich 118 Kurzmitteilungen pro Tag versenden. Nur 14 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen ihre Eltern ein SMS-Limit auferlegen. Das Meinungsforschungsinstitut Pew fand heraus, dass rund ein Drittel der 16- und 17-Jährigen am Steuer eines Fahrzeugs SMS verschicken. U

nd eine Umfrage der Nachrichtenagentur AP in Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender MTV ergab, dass ein Viertel der Teenager schon einmal per Handy oder im Internet Fotos, Videos oder Nachrichten von sich mit sexuellem Inhalt verschickt haben.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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