Auch deutsche Schiffe beteiligt

Tausende Flüchtlinge aus Mittelmeer gerettet

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Das verunglückte Schiff.

Rom/Berlin - Nur wenige Seemeilen hinter der libyschen Küste setzten sie ihre Notrufe ab: Wieder sind Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer in Seenot geraten. Auch deutsche Schiffe eilten den Menschen zu Hilfe.

Innerhalb von nur 48 Stunden sind im Mittelmeer erneut Tausende Flüchtlinge aus Seenot gerettet worden. In insgesamt 30 Rettungsaktionen brachten die Einsatzkräfte am Wochenende 5851 Menschen in Sicherheit, wie die italienische Küstenwache am Sonntag mitteilte. Sie sollten nach Italien gebracht werden. Neben den italienischen Einsatzkräften waren auch Schiffe aus Deutschland, England, Malta und Irland an den Aktionen beteiligt.

Am Sonntag mussten die Rettungskräfte zu insgesamt 15 Einsätzen ausrücken, dabei wurden 2371 Migranten in Sicherheit gebracht. Sie hatten Notrufe mit Satellitentelefonen abgesetzt. An der Rettung beteiligt waren laut italienischer Küstenwache auch ein Schiff der englischen Marine, ein Handelsschiff und ein maltesisches Boot.

Bereits am Samstag wurden insgesamt 3480 Migranten gerettet. Sie waren laut Küstenwache auf neun Schiffen und sechs Schlauchbooten unterwegs. Etwa 45 Seemeilen (83 Kilometer) vor Libyen gerieten sie in Seenot und riefen mit Satellitentelefonen um Hilfe. Die Notrufe gingen am Samstag bei der italienischen Küstenwache ein, die die Rettungsaktionen einleitete und die Einsätze koordinierte.

Auch die deutsche Fregatte „Hessen“ und der Einsatzgruppenversorger „Berlin“ waren an den Einsätzen am Samstag beteiligt. Nach Angaben der Bundeswehr nahmen beide Schiffe insgesamt 1411 Migranten aus vier Booten auf - davon 939 Männer, 327 Frauen und 145 Kinder. Die verlassenen Boote wurden als Schifffahrtshindernis eingestuft und zerstört. Seit Beginn ihres Einsatzes im Mittelmeer hätten die Schiffe der Deutschen Marine damit 3419 Menschen aus Seenot gerettet.

Die private Flüchtlingshilfe MOAS war nach eigenen Angaben an der Rettung von mehr als 200 Flüchtlingen beteiligt. Ihr Schiff „Phoenix“ nahm mit 372 Migranten an Bord Kurs auf Sizilien, wo es am Sonntagabend ankommen und die Menschen den Behörden übergeben sollte.

In den vergangenen Wochen haben bei guten Wetter Tausende Migranten die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa gewagt. Seit Jahresbeginn erreichten bereits mehr als 40 000 Menschen die italienischen Küsten, in ganz Europa waren es bis Mitte Mai laut Internationaler Organisation für Migration (IOM) mehr als 65 000. Demnach kamen seit Jahresbeginn mindestens 1800 Migranten ums Leben.

dpa

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