Teenager töten mutmaßlichen Pädophilen

London - Es sollte eine Lektion für den Mann werden, der die Schwester und Freundin missbraucht hatte - doch der Rachefeldzug von zwei Teenagern in London endete tödlich.

Der damals noch 14 Jahre alte Junge und das gleichaltrige Mädchen brachten den Mann mit einem Messer um. Wenige Stunden vorher hatte die Polizei die Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs gegen den 45-Jährigen eingestellt. Da griffen die beiden zur Selbstjustiz. Am Mittwoch wurde der heute 15 Jahre alte Junge wegen Mordes schuldig gesprochen, das Mädchen wegen Totschlags. Das Strafmaß sollte später bekanntgegeben werden.

Die Situation hatte sich über mehrere Jahre zugespitzt: Nach ihrer eigenen Aussage waren sowohl die Täterin selber als auch ihre ein Jahr ältere Schwester von dem Mann schon mit 12 Jahren missbraucht worden. Rund drei Monate vor dem Mord waren sie zusammen mit ihrer Mutter zur Polizei gegangen. Am Tag seines Todes erfuhr der Mann dann von seinem Anwalt, dass die Ermittlungen gegen ihn mangels Beweisen eingestellt worden seien. Offenbar triumphierend rief er die ältere der beiden Schwestern an.

Nach dem Gespräch griff diese wiederum zum Telefon und berichtete dem Jungen, von dem sie ein Baby erwartete, sowie ihrer jüngeren Schwester vom Scheitern des Versuchs, den Mann bestrafen zu lassen. Da machten sich die beiden Teenager selber auf den Weg. Sie seien nicht in der Absicht zum Haus des Mannes gegangen, ihn umzubringen, hatten beide im Prozess beteuert. Es kam aber zu einem Streit. Der Junge stach auf den Mann ein. Nach fünf Stichen war er tot.

Sie hätten sich nur verteidigen wollen, beteuerten die Teenager. Der Richter gestand dem Pärchen zu, dass der Ermordete, der auch Probleme mit Drogen und Alkohol hatte, eine Art “Jekyll und Hyde“- Charakter gehabt habe und schwer berechenbar gewesen sei. Dennoch könne es in einer modernen Gesellschaft nicht erlaubt werden, dass die Leute “das Recht selber in die Hand nehmen“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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