Aus "Sicherheitsgründen"

Todesschütze von Ferguson quittiert Polizeidienst

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Darren Wilson gibt den Polizeidienst auf.

Ferguson - Knapp vier Monate nach seinen tödlichen Schüssen auf den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Michael Brown hat der Polizist Darren Wilson den Dienst in der US-Stadt Ferguson quittiert.

Dies gelte mit sofortiger Wirkung, bestätigte Wilsons Anwalt Neil Bruntrager dem Sender CNN. Ihm sei mitgeteilt worden, dass sein Verbleib im Dienst, die Bewohner Fergusons und seine Kollegen in Gefahr bringen könnte, zitierte CNN aus einer Erklärung Wilsons. Dies könne er nicht verantworten. Aus naheliegenden Gründen habe er auf die Jury-Entscheidung warten wollen, bevor er seine Quittierung des Dienstes öffentlich mache, fügte er an. In seinem Brief an die Polizei schrieb Wilson nun, er hoffe, sein Rücktritt werde helfen, die Gemeinde von Ferguson zu "heilen".

Wilson hatte dem Bericht zufolge sechs Jahre für die Polizei in Ferguson gearbeitet. Sein Ausscheiden aus dem Polizeidienst in Ferguson war erwartet worden.

Der 28-Jährige hatte Brown am 9. August nach einer Auseinandersetzung erschossen. Seither war er beurlaubt. Der Tod des 18-jährigen Brown hatte in der 20.000-Einwohner-Stadt im Bundesstaat Missouri schwere Unruhen ausgelöst. Zu Wochenbeginn entschied eine Geschworenenjury, dass keine Anklage gegen den weißen Polizisten erhoben wird. Danach brachen erneut Unruhen in dem Ort aus. Auch in zahlreichen anderen Städten der USA kam es zu Protesten. Die Demonstranten kritisierten den Jury-Entscheid als rassistisch.

Wilson hatte am Dienstag in einem Fernsehinterview gesagt, er bedauere den Tod Browns, würde aber erneut so handeln. Er habe um sein Leben gefürchtet und nur seine Arbeit getan. Er habe ein reines Gewissen. In seiner Zeugenaussage vor der Jury hatte er gesagt, der Jugendliche habe ausgesehen wie ein "Dämon".

Gewaltsame Proteste nach Jury-Entscheidung in Ferguson

Gewaltsame Proteste nach Jury-Entscheidung in Ferguson

Trotz der Jury-Entscheidung von vor gut einer Woche kann der Fall weiter ein rechtliches Nachspiel haben. Justizminister Eric Holder hatte etwa in dieser Woche erklärt, auf Bundesebene werde wegen des Todes Browns sowie wegen des Verhaltens der Polizei bei den folgenden Unruhen noch ermittelt.

In der Vorstadt von St. Louis starteten am Samstag dutzende Aktivisten einen Gedenkmarsch, der in einer Woche in Jefferson City, der Hauptstadt vom US-Staat Missouri, eintreffen soll. Die Organisatoren vom Nationalen Verband zur Förderung Farbiger (NAACP) hoffen, dass sich tausende Menschen der "Reise für Gerechtigkeit" anschließen werden. Startpunkt war der Ort, an dem Brown vor knapp vier Wochen erschossen worden war. Die Demonstranten fordern, dass der Polizeichef von Ferguson seinen Hut nimmt, und dass die Polizeiarbeit grundsätzlich reformiert wird. Einer ihrer Vorwürfe: Die überwiegend weiße Polizei schikaniere die überwiegend schwarze Bevölkerung durch überproportional häufige Kontrollen.

dpa/afp

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