Todesurteil wegen Mordes an koptischen Christen

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Ein koptischer Christ war in der vergangenen Woche von einem Polizisten getötet worden, der sich zu der Zeit nicht im Dienst befand.

Kairo - Wegen eines Anschlags auf koptische Christen ist in Ägypten ein Mann zum Tode verurteilt worden. Das verlautete am Sonntag aus Kreisen der Justiz.

Das Gericht werde im kommenden Monat die Urteile gegen zwei weitere Angeklagte verkünden, die im Januar 2010 in Nag Hamadi sechs christliche Gläubige und einen muslimischen Wachmann erschossen hatten. Die drei Männer waren wegen Mordes und Gefährdung der nationalen Sicherheit angeklagt. Ihnen wurde vorgeworfen, aus einem Auto heraus mit Maschinengewehren auf Angehörige der christlichen Minderheit geschossen zu haben, während diese nach einer Mitternachtsmesse ihre Kirche verließen. Möglicherweise handelte es sich damals um einen Racheakt: Zuvor soll ein Christ ein muslimisches Mädchen vergewaltigt haben.

Das harte Urteil, gegen das keine Berufung eingelegt werden kann, kann möglicherweise die Christen in Ägypten besänftigen, die immer wieder beklagen, dass die Behörden Angriffe auf sie nicht konsequent verfolgen.

Erst vor zwei Wochen hatte sich ein Selbstmordattentäter vor einer koptischen Kirche in Alexandria in die Luft gesprengt und 21 Menschen mit in den Tod gerissen. In der vergangenen Woche betrat ein Polizist außerhalb seines Dienstes einen Zug in Südägypten und schoss auf sechs Christen. Ein Mann wurde getötet.

Rund zehn Prozent der Ägypter sind koptische Christen. Die Regierung hat Vorwürfe der Diskriminierung gegen die Minderheit zurückgewiesen.

dapd

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