Zwei Wochen nach Massaker

Tränenreiche Rückkehr in den Schulalltag

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Zwei Wochen nach dem schrecklichen Amoklauf kehren die Schüler zum Unterricht zuurück.

Zwei Wochen nach dem Massaker an einer High School in Florida sind die Schüler wieder zurück im Unterrichtsalltag - wobei von einem Alltag natürlich noch keine Rede sein kann.

Parkland - Ein Schultag der Trauer und der Tränen: Zwei Wochen nach dem Schulmassaker in Florida hat die betroffene High School den Unterricht wieder aufgenommen. Im Mittelpunkt der Gespräche in den Klassenzimmern stand am Mittwoch die Aufarbeitung des Blutbads mit 17 Toten. Rund 150 Psychotherapeuten waren anwesend, um den Schülern bei Bedarf zu helfen.

Viele Schüler verließen am Ende des Unterrichts an der Marjory Douglas Stoneman High School in Parkland mit traurigen und ernsten Mienen die Schule und hatten die Blicke zu Boden gerichtet. Unter ihnen war die 14-jährige Kimberly Miller. Ihr Geografie-Lehrer war von dem Angreifer erschossen worden. Der Schultag sei "sehr traurig" gewesen, weil ihr Lehrer nicht mehr da sei, sagte sie.

„Sehr traurig zurückzukommen“

Ähnlich erging es dem 17-jährigen William, der seinen Nachnamen nicht nennen wollte. Er verlor zwei Freunde bei dem Massaker. "Es war sehr traurig, hierhin zurückzukommen und meine Freunde nicht zu sehen", sagte er. Schuldirektor Ty Thompson bezeichnete den ersten Unterrichtstag gleichwohl als "ersten wichtigen Schritt im Heilungsprozess". Die Schüler hätten Stärke gezeigt.

Noch immer fassungslos: Schüler vor der High School in Parkland.

Nach Angaben der Schulverwaltung des Bezirks Broward nahmen 95 Prozent der 3300 Schüler der High School an dem ersten Schultag nach dem Massaker teil. Unterricht in den einzelnen Fächern fand aber nicht statt. Vielmehr sprachen die Lehrer mit den Schülern über ihre traumatischen Erlebnisse am Valentinstag, als ein 19-jähriger ehemaliger Mitschüler in der Schule um sich geschossen und 14 Jugendliche sowie drei Erwachsene getötet hatte.

Die Überlebenden waren am Morgen unter massiver Polizeipräsenz zur Schule zurückgekehrt. Schwerbewaffnete Beamte waren entlang der Bürgersteige aufgereiht. Auch hunderte Anwohner und ehemalige Schüler der High School waren gekommen, um ihre Solidarität mit den Überlebenden zu demonstrieren. Auf Plakaten stand zu lesen: "Wir lieben Euch" und "Wir sind bei Euch". Manchen der Überlebenden standen Tränen in den Augen. Pensionierte Polizisten überreichten ihnen Blumen.

Schüler fordern Verschärfung der Waffengesetze

Seit dem dem Massaker setzen sich zahlreiche überlebende Schüler vehement für eine Verschärfung des laxen US-Waffenrechts ein. Sie veranstalten Demonstrationen, treten im Fernsehen auf und reisten nach Tallahassee, die Hauptstadt des Bundesstaates Florida, sowie nach Washington, um Druck auf Politiker auszuüben. Einige wurden von Präsident Donald Trump empfangen und sprachen mit Mitgliedern des US-Kongresses.

Ob es zu einschneidenden Veränderungen im Waffenrecht kommen wird, ist aber höchst ungewiss. Trump machte verschiedene Vorschläge zum Waffenrecht, darunter die Heraufsetzung der Altersgrenze für den Waffenkauf auf 21 Jahre. Den Schwerpunkt legte er aber auf die Absicherung der Schulen - nach seiner Vorstellung soll ein Teil der Lehrerschaft mit Schusswaffen ausgerüstet werden. Ausgerechnet seine Gattin solidarisierte sich mit den Schülern.

Republikaner lehnen Verschärfungen ab

Die Republikanerführung im US-Repräsentantenhaus wiederum reagierte unterkühlt auf die Forderungen der Schüler. Gesetzestreuen Bürgern solle der Waffenbesitz nicht verboten werden, sagte Fraktionschef Paul Ryan am Dienstag nach einem Treffen mit Überlebenden von Parkland.

Allerdings zeigt die intensive Waffendebatte Auswirkungen auf zahlreiche US-Unternehmen. Die Einzelhandelskette Dick's Sporting Goods nimmt Sturmgewehre aus ihrem Sortiment und verkauft generell Waffen nur noch an Kunden ab 21 Jahren, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Todesschütze von Parkland hatte ein Gewehr bei Dick's gekauft. Es war aber nicht die Waffe, die er bei dem Schulangriff verwendete.

Bereits zuvor hatten mehrere Unternehmen, darunter Autovermieter und Versicherer, angekündigt, nicht mehr mit der Waffenlobby NRA zusammenzuarbeiten. NRA-Mitglieder erhielten bislang Vergünstigungen bei diesen Unternehmen. Am Mittwoch war es erneut zu einem Großaufgebot an einer US-Schule gekommen, als ein Lehrer sich mit einer Waffe verbarrikadierte.

dpa

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