Martyrium nur durch Zufall beendet

Grausame Leiden: Trio versklavt behinderte Frau

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Jordie L., Jessica L. und Daniel B. haben die geistig behinderte Frau zwei Jahre lang misshandelt.

Ashland - Eine unvorstellbare Leidenszeit mussten eine geistig behinderte Frau und ihre Tochter in den USA durchmachen, die von einem Trio versklavt worden war. Ans Licht kam der Fall nur durch einen Zufall.

Ein simpler Ladendiebstahl hat nach Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI die Torturen der geistig behinderten Frau und ihrer fünfjährigen Tochter ans Licht gebracht. Die Frau sei beschuldigt worden, einen Schokoriegel gestohlen zu haben - und habe dann darum gebeten, inhaftiert zu werden, weil drei Leute „gemein zu ihr“ gewesen seien, teilten US-Behörden in Ashland im US-Staat Ohio am Dienstag mit.

Die Bundespolizei FBI listete am Dienstag in einer eidesstattlichen Erklärung Grausamkeiten auf, mit denen die 29-Jährige zur Zwangsarbeit gebracht worden sei. Mehrmals sei sie verletzt worden, um zur Notaufnahme zu gehen und Schmerzmittel zu bekommen - die dann aber ihre Peiniger selbst genommen hätten. Sie sei zur Hausarbeit mit der Drohung gezwungen worden, die drei Pitbulls oder einen Python auf ihre Tochter zu hetzen. Einmal seien dem verängstigten Kind Schlangen ins Gesicht gehalten worden, bis es weinte. Diese Leidenszeit habe Anfang 2011 begonnen.

Am Dienstag wurden die mutmaßlichen Peiniger - zwei Männer und eine Frau - beschuldigt, einen Menschen zur Zwangsarbeit missbraucht zu haben. Die Frau und ihr Kind wurden bereits im Oktober befreit. „Das Opfer in diesem Fall erholt sich langsam“, sagte US-Staatsanwalt Steve Dettelbach.

Ein Anwalt einer der drei beschuldigten Jordie Callahan, Jessica Hunt und Daniel Brown wies die von den Bundesbehörden erhobenen Vorwürfe zurück. Die 29-Jährige habe sich frei bewegen können. „Es hat nie irgendeine Zwangsarbeit gegeben, kein erzwungenes Zusammenleben“, sagte Andrew Hyde, der Callahan vertritt. „Sie wurde nie zu irgendwas gezwungen.“ Die Mutter habe die Geschichte erfunden, um aus eigenen Schwierigkeiten zu kommen. Gegen sie sei wegen Kindesmisshandlung ermittelt worden, sagte Hyde. Auch ein zweiter Anwalt, Ed Bryan, sagte, seine Mandantin Hunt werde auf nicht schuldig plädieren. Es gebe ein Glaubwürdigkeitsproblem mit der Mutter.

Unfassbare Grausamkeiten

Laut FBI haben Mutter und Kind mehrmals das Essen verweigert oder nur Essensreste gegeben. Einmal sei ihnen einen Tag lang kein Essen gegeben worden. Dann sei der Mutter ein Teller gegeben worden, den sie aber einem Hund geben müssen. Das Trio habe das Konto der Frau geplündert, auf das ihre Sozialhilfe einging. Die Mutter habe ausgesagt, als das Trio von ihren Fluchtplänen gehört habe, habe es ihr eine Mohawk-Frisur geschoren und die Worte „Schlampe“, „Penner“ und „Hure“ auf Gesicht und Brust geschrieben. Mutter und Kind seien mit einem Babyphone überwacht worden.

„Sie haben sie mit kaum vorstellbarer Grausamkeit behandelt“, sagte Dettelbach. „Sie haben versucht, ihr ihre Menschenwürde zu nehmen.“

Nach dem Ladendiebstahl hätten Polizisten das Haus in Ashland durchsucht. Dort hätten die Beschuldigten erklärt, die Mutter sei nicht Opfer, sondern Täterin. Die Ermittler hätten das als Täuschungsversuch eingestuft, zu dem ein Video gehörte, bei dem die Verdächtigen die Mutter zwangen so zu tun, als ob sie ihr Kind misshandle.

Hyde wies diese Darstellung zurück. Die Frau habe die Versklavungsgeschichte erfunden. Auch die Mutter Callahans, Becky Callahan, sagte in einem Telefoninterview, die Vorwürfe seien „alles Lügen“. Die Mutter sei mit ihrem Sohn und deren Freundin Hunt befreundet gewesen. Die beiden hätten ihr geholfen, indem sie ihr angeboten hätten, bei ihr zu wohnen, weil sie selbst keine Bleibe gehabt habe.

AP

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