Tritt in das Gesicht eines Polizisten: Haftstrafe 

Mönchengladbach - Den Tritt in das Gesicht eines Polizisten hat das Mönchengladbacher Landgericht als versuchten Mord gewertet und mit einem langen Gefängnisaufenthalt bestraft.

Das Urteil: sieben Jahre und zehn Monate Haft. Ein 21-jähriger Gewalttäter hatte einen Beamten urplötzlich angegriffen und ihm mit einem einzigen Tritt das Gesicht zertrümmert. “Es darf nicht sein, dass es bei einer Personenkontrolle zu so etwas kommt“, sagte der Vorsitzende Richter Lothar Beckers. Der Angeklagte habe eine “grundsätzlich feindliche Einstellung gegenüber unserer Rechtsordnung gezeigt.“ Die Verteidigung kündigte Revision an.

Polizisten hatten in einem Problemstadtteil in Mönchengladbach einen Verdächtigen festgenommen, als der völlig unbeteiligte 21-Jährige aus einem Haus gerannt kam und dem Beamten, der ihn nicht kommen sah, das Gesicht zerschmetterte. Der Angeklagte habe heimtückisch und mit Kalkül gehandelt, befand das Gericht. Der Polizist, der einen anderen Mann auf dem Boden festhielt, sei in der Situation arg- und wehrlos gewesen.

Nach dem Tritt hatten die umstehenden Polizisten ihren völlig entstellten Kollegen nicht wiedererkannt und in seinem Dienstausweis nachschauen müssen. Der Beamte erlitt einen Trümmerbruch der Nase, Jochbeinbrüche, einen Kieferbruch und einen Riss im Schädel. Der vorbestrafte Arbeitslose hatte den Angriff gestanden. Er habe gedacht, die Polizisten hätten seinen Vater oder seinen Bruder festgenommen, hatte der 21-Jährige ausgesagt.

dpa

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