Tramper bei Tempo 200 auf Zug-Trittbrett

Hannover/Rathenow - Im wahrsten Sinne des Wortes als Trittbrettfahrer ist ein junger Holländer an einem 200 km/h schnellen Zug von Berlin nach Amsterdam gerast.

Weil ihm das Geld für eine Fahrkarte fehlte, stellte sich der Holländer auf das Trittbett des Zuges. Eine Zugbegleiterin entdeckte den 27-Jährigen dort in der Nacht zum Dienstag bei Tempo 200, sagt ein Sprecher des Bundespolizei in Hannover. Da war der „Euronight“ schon eine halbe Stunde unterwegs. Der Zug legte daraufhin in der Nähe von Rathenow (Brandenburg) einen Nothalt ein.

Das Personal holte den völlig durchgefrorenen und erschöpften blinden Passagier ins Innere des Nachtzuges, ließ ihn in einem Abteil schlafen und übergab ihn in Hannover der Polizei. Als ihn Bundespolizisten in Hannover aus dem Zug holen wollten, schlief er friedlich. Grund für die halsbrecherische Fahrt: Der Wohnungslose hatte kein Geld für einen Fahrschein, wollte aber trotzdem in seine Heimat reisen. Nach der Aufnahme einer Anzeige wurde er entlassen und begab sich zur Bahnhofsmission.

dpa

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