Mehr Schnee - weniger Geschenke?

Berlin - Noch verspricht die Post, dass die Weihnachtsgeschenke rechtzeitig ankommen. Doch viele Lastwagen stecken im Schnee fest. Mancherorts wird der Sprit knapp. Und Tief “Petra“ lässt es weiter schneien.

Das harsche Winterwetter behindert zunehmend die Versorgung. So ging den ersten Tankstellen in Deutschland der Treibstoff aus. Weil Tanklastzüge auf den schneebedeckten Autobahnen und Bundesstraßen nicht mehr durchkommen, bleiben in einigen Regionen Lieferungen aus, wie der Mineralölwirtschaftsverband am Freitag mitteilte. In Nordrhein-Westfalen verhängten die Behörden zeitweise ein landesweites Fahrverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen. Ungeräumte Straßen und Massenstaus machen den Speditionen schwer zu schaffen. Auf den Autobahnen waren am Donnerstagabend viele Lastwagen auf verschneiten Straßen steckengeblieben.

Die Bahn hatte bei den frostigen Temperaturen wieder Probleme. Und es schneit weiter: Tief “Petra“ deckt Deutschland laut Vorhersage auch am Wochenende mit Schnee ein. Spritmangel betraf besonders Tankstellen in den Mittelgebirgen wie im Harz, Erzgebirge oder Thüringer Wald. Der Verband betonte aber, dies sei noch keine Krisensituation. Allerdings habe es wegen der Glätte in einem großen Tanklager in Thüringen Schwierigkeiten mit der Auslieferung gegeben. Auch im Süden Niedersachsens berichtete die Polizei davon, dass Tanklastwagen die Tankstellen nur schwer erreichen könnten. Bei Sichtweiten unter 50 Metern oder Glätte müssen Gefahrgut-Transporter den nächsten Parkplatz anfahren.

Schnee und Eis behindern die Auslieferung der Weihnachtspakete. “Natürlich sind wir von den aktuellen Wetterverhältnissen auch betroffen“, sagte Postsprecher Gerold Beck am Freitag. Er gehe aber davon aus, dass Pakete, die bis zum 22. Dezember mittags in Auftrag gegeben werden, pünktlich bis Heiligabend ausgeliefert werden. Die Lager der Spediteure füllten sich, weil es immer schwieriger werde, Transportkapazitäten zu bekommen, teilte der Deutsche Speditions- und Logistikverband mit. Daher kämen viele Sendungen verspätet.

Panik in Zug

Panik brach unter den Fahrgästen eines Zugs zwischen Hamburg und Lübeck aus. Der Regionalexpress mit etwa 400 Passagieren war ohne Strom auf offener Strecke im Dunkeln stecken geblieben. Zudem saßen Tausende an Bahnhöfen in der Kälte fest. Am Freitag lief der Verkehr dort wieder normal. Der Fahrgastverband Pro Bahn und die Bundespolizei kritisierten das Krisenmanagement, die Bahn räumte Fehler ein.

Auch viele Flugpläne gerieten durcheinander: Während am Donnerstag in Frankfurt/Main noch 240 von rund 1400 Flügen gestrichen wurden, fielen am Freitag nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport rund 260 Verbindungen aus - die Mehrzahl davon Maschinen, die Frankfurt wegen Problemen an anderen Airports nicht anfliegen konnten. Am Düsseldorfer Flughafen wurden am Freitag 20 Flüge gestrichen. Am Donnerstagabend hatte der Flughafen wegen der Schneefälle für zwei Stunden gesperrt werden müssen. In München wurde etwa 100 Flüge annulliert, zahlreiche Flüge waren verspätet.

So bleibt Ihr Auto im Winter fit

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In Bayern kamen bei Autounfällen auf glatten Straßen am Donnerstagabend drei Menschen ums Leben. Bei Leipzig krachte ein Autofahrer in einen querstehenden Lastwagen und starb. In Hessen wurde eine Frau bei einem Auffahrunfall auf der A3 getötet. Auf vielen Autobahnen waren Laster wegen des Schnees liegengeblieben oder stellten sich quer. Streu- und Räumfahrzeuge kamen oft nicht mehr durch. Auf der A3 zwischen Leverkusen und Oberhausen ging am Donnerstagabend zeitweise nichts mehr. Technisches Hilfswerk und Rettungsdienste versorgten die Menschen mit Decken und heißem Tee. Die Kölner Polizei sprach von “katastrophalen Zuständen“ auf den Straßen. Anderswo stellten die Beamten ein “Schneechaos“ fest.

In den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern fiel am Freitag der Unterricht aus. In einigen Landkreisen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein konnten die Kinder ebenso zu Hause bleiben wie tausende Schüler in Ostthüringen. Auch Schulen in Bayern, Baden- Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen blieben geschlossen. Über Schnee und Eis freuten sich auch Wintersportler im Thüringer Wald und im Harz. In Masserberg im Thüringer Wald wurden am Freitag 105 Zentimeter Pulverschnee gemessen. Auch in anderen Teilen Europas behinderten Schnee und Eis den Verkehr - so im Norden Frankreichs. Ein Rekord von minus zehn Grad wurde für Sardinien in einer Bergregion der Mittelmeerinsel gemessen. Im Osten Bulgarien verursachten Schneestürme am Freitag ein Verkehrschaos. Flüge wurden gestrichen, Autos blieben stecken. 

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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