Ukraine-Konflikt

Altkanzler Schröder: Rücktritt bei Energiekonzernen von Putin abhängig

Altkanzler Gerhard Schröder macht einen möglichen Rücktritt bei russischen Energiekonzernen von Präsident Putin abhängig.
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Altkanzler Gerhard Schröder macht einen möglichen Rücktritt bei russischen Energiekonzernen von Präsident Putin abhängig.
  • Kim Hornickel
    VonKim Hornickel
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Altkanzler Gerhard Schröder will sich von seinen Posten bei russischen Energiekonzernen zurückziehen – aber nur, wenn Präsident Putin Europa das Gas abdreht.

Berlin – Bisher hatte sich Altkanzler Gerhard Schröder gegen die Aufgabe seiner Posten bei russischen Energiekonzernen gesträubt. Jetzt lenkte Schröder in einem Interview ein und sprach vage von einem möglichen Rücktritt bei russischen Energiekonzernen. Dazu werde es jedoch nur in einem Fall kommen, so Schröder, der trete ein, wenn der russische Präsident Wladimir Putin Deutschland und der Europäischen Union das Gas abdrehe.

In einem am Samstag (24.04.) veröffentlichten Interview der „New York Times“ sagt er, dass er jedoch nicht mit einem solchen Szenario rechne: „Das wird nicht passieren.“ Sollte es aber dennoch dazu kommen, „dann würde ich zurücktreten“, fügt er hinzu, ohne explizit zu erklären, von welchen Posten.

Schröder ist Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energieriesen Rosneft und war zuletzt auch für die Pipeline-Gesellschaften Nord Stream und Nord Stream 2 tätig. Schröder steht in Deutschland massiv in der Kritik, weil er sich trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht von seinen Posten trennt. Vier SPD-Verbände haben deswegen ein Parteiausschlussverfahren gegen Schröder beantragt.

Altkanzler Gerhard Schröder für weitere Posten in russischen Konzernen nominiert

Auch der russische Energieriese Gazprom hat Schröder Anfang Februar – kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine – für einen Aufsichtsratsposten nominiert. Die Hauptversammlung ist für den 30. Juni geplant. Schröder ließ laut „New York Times“ in dem Interview offen, ob er die Nominierung annehmen wird.

Die US-Zeitung sprach nach eigenen Angaben zweimal mit dem früheren Bundeskanzler und SPD-Chef in seiner Heimatstadt Hannover. Es ist das erste Mal seit Beginn des Ukraine-Kriegs, dass der langjährige Freund Putins sich in einem Interview äußert. (kh/dpa)

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