Umstrittene Hinrichtung: Teresa Lewis ist tot

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Teresa Lewis

Washington - Erstmals seit fünf Jahren ist den USA wieder eine Frau hingerichtet worden. Das Todesurteil war wegen ihres geistigen Zustands bis zuletzt heftig umstritten.

Die 41-jährige Teresa Lewis starb am Donnerstagabend um 21.13 Uhr (Ortszeit/3.13 Uhr MESZ) im Bundesstaat Virginia durch die Giftspritze, berichtete die Zeitung “Richmond Times-Dispatch“ in ihrer Online-Ausgabe. Das Todesurteil ist heftig umstritten, da die Frau über eine sehr geringe Intelligenz verfügte. Nach Ansicht ihrer Anwälte grenzte ihr Geisteszustand an eine Behinderung.

Letzte Worte aus der Todeszelle

Letzte Worte aus der Todeszelle

Lewis war wegen Mordes an ihrem Ehemann und Stiefsohn verurteilt worden. Sie hatte gestanden, 2002 zwei junge Männer für die Tat angeheuert zu haben. Das Urteil wird auch deshalb kritisiert, weil die Komplizen, die die Tat letztlich ausführten, mit lebenslangen Haftstrafen davonkamen.

Es war die erste Exekution einer Frau in Virginia seit fast 100 Jahren und insgesamt die zwölfte seit 1976, als die USA die Todesstrafe wieder einführten. Die Vollstreckung wurde trotz massiver öffentlicher Proteste weder vom Gouverneur des Staates noch vom Obersten Gerichtshof der USA gestoppt. Die Europäische Union hatte mehrfach versucht, die Hinrichtung aufzuhalten. Auch Prominente wie der Autor John Grisham sprachen sich gegen das Urteil aus.

Mehrere Dutzend Demonstranten hätten vor dem Gefängnis in Jarrat protestiert, heißt es weiter. Vor ihrem Tod habe sich die Frau noch mit Familienmitgliedern getroffen. Diese wollten die Hinrichtung auch als Zeugen verfolgen. Als letztes Mahl wählte Lewis den Berichten zufolge Hühnchen und Kuchen.

dpa

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