Frau muss in Klinikum bleiben

Nach Heißwasser-Unfall im Hexenkessel: Polizei sucht weitere Beweisfotos

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Nach dem Hexenkessel-Unfall bei einem Fastnachtsumzug in Eppingen wollen die Ermittler den genauen Hergang rekonstruieren.

Sie wollte sich beim Karneval vergnügen und liegt nun schwer verletzt im Krankenhaus. Warum erlitt eine 18-Jährige beim Fastnachtsumzug in Eppingen schwere Verbrühungen an einem Hexenkessel? Die Ermittler müssen zahlreiche Zeugen befragen.

Update 08. Februar, 18.13 Uhr: Im Fall der bei einem Fastnachtsumzug verbrühten jungen Frau sucht die Polizei in Eppingen (Baden-Württemberg) weitere Fotos und Videos. „Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln derzeit gegen die gesamte Hexengruppe“, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Die Ermittlungen seien umfangreich und langwierig. „Nach Auswertung der vorliegenden Beweismittel bittet das Polizeirevier Eppingen um weitere Hinweise von Zeugen“, hieß es. Videos und Fotos unbeteiligter Zuschauer könnten entscheidende Ermittlungsansätze bringen.

Eine Vernehmung der 18-Jährigen sei für die kommende Woche geplant. In einem Telefonat habe die junge Frau gesagt, dass sie bis zu den Kniekehlen in heißem Wasser gestanden habe. Die Polizei sprach von mittelschweren Verbrühungen.

Den Ermittlungen zufolge hatte eine Zuschauergruppe die junge Frau bei dem Umzug am vergangenen Samstag der Hexengruppe „ausgehändigt“. Die Gruppe führte demnach auf einem Ziehwagen einen Kessel mit integriertem Holzofen mit sich. Der Kessel war mit heißem Wasser gefüllt und der Ofen mit Holz befeuert. Die Jugendliche sei von Mitgliedern der Hexengruppe über diesen Kessel gehalten worden. Zeugenaussagen zufolge seien die Beine der 18-Jährigen aus bisher unbekannten Gründen in das Wasser geraten, teilte die Polizei mit.

Update 07. Februar, 13.47 Uhr: Die verbrühte junge Frau hat nach eigenem Worten in einem mit heißem Wasser gefüllten Hexenkessel gestanden. Das habe sie in einem ersten Gespräch mit der Polizei ausgesagt, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Zuvor hatte die „Heilbronner Stimme“ darüber berichtet. Der Sachbearbeiter der Polizei habe mit der 18-Jährigen telefoniert, die noch in einer Stuttgarter Klinik behandelt werde. Einige Zeugen hatten davon berichtet, dass die Verbrühungen möglicherweise von aus dem Kessel aufsteigendem Dampf oder spritzendem Wasser verursacht worden sein könnten - diese Version bestätigte das Opfer nicht. Ob die Frau Angaben zum mutmaßlichen Täter gemacht hat, wollte der Polizeisprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

Update 6. Februar, 13.15 Uhr: Bei den Ermittlungen wollen die Beamten auch Fotos und Videos von dem Tag des Unfalls auswerten.

Eppingen - Nach dem Heißwasser-Unfall mit einem Hexenkessel bei einem Fastnachtsumzug in Eppingen (Baden-Württemberg) wollen die Ermittler den genauen Hergang rekonstruieren, wie echo24.de* berichtet. Die Polizei will unter anderem die beteiligten Hexen-Darstellerinnen befragen, deren Personalien inzwischen feststehen. Es muss noch geklärt werden, wer innerhalb der Gruppe was getan hat. Bei der Veranstaltung am Samstag war eine 18-Jährige schwer an den Beinen verbrüht worden.

Die junge Frau, die in einer Spezialklinik liegt, wollen die Ermittler auch befragen. Es ist nach Polizeiauskunft aber noch nicht sicher, ob sie schon vernommen werden kann. Die junge Frau aus Rheinstetten bei Karlsruhe zog sich Verbrühungen oder Verbrennungen zweiten Grades zu. Sie muss laut Polizei wohl ein bis zwei Wochen in der Klinik bleiben. Über den aktuellen Stand der Ermittlungen will die Stadt am Dienstag um 18.00 Uhr im Rathaus von Eppingen (Kreis Heilbronn) informieren.

Aus Spaß wurde Ernst

Nach Angaben der Beamten wurde der Behälter mit integriertem Holzofen von einer Hexenzunft auf einem Wagen gezogen. Eine Gruppe von Zuschauern habe mit den Narren gescherzt und ihnen die junge Frau zum Spaß übergeben - die Hexen hoben die 18-Jährige dann über den Kessel.

Nach ersten Zeugenaussagen gerieten die Beine der Frau bis zu den Knien ins heiße Wasser. Es gibt jedoch auch Zeugen, die davon berichteten, dass die Verbrühungen möglicherweise vom aufsteigenden Dampf oder spritzendem Wasser verursacht worden sein könnten. Die Ermittler gehen derzeit von fahrlässiger Körperverletzung und möglicher unterlassener Hilfeleistung aus. Darüber hinaus werde geprüft, ob das Fahrzeug und die mitgeführten Gerätschaften genehmigt waren.

Hexenzunft Eppingen: „Sehr bestürzt über dieses für uns unerklärliche Unglück“

Die Hexenzunft Eppingen als Organisator des Umzugs hat sich nach dem Vorfall „zutiefst erschüttert“ gezeigt. „Nach 15 friedlichen Nachtumzügen sind wir sehr bestürzt über dieses für uns unerklärliche Unglück. Wir wünschen der verletzten jungen Frau alles Gute und eine schnelle Genesung“, heißt es in einer am Montagabend verbreiteten Mitteilung.

Die Narrenvereinigung Hegau-Bodensee zeigte sich schockiert vom Verhalten der als Hexen verkleideten Umzugsteilnehmer. „Das ist unheimlich brutal“, sagte Vizepräsident und Kanzelar Bernd Schuckert in einem Interview des „Südkurier“ (Dienstag). Er betonte, dass ihm kein Vorfall bekannt sei, der dem von Eppingen ähnelt. „Zum Glück ist bei uns noch keine Gruppe so drastisch aufgefallen, dass man die Zunft sanktionieren musste“, sagte Schuckert. Die Narrenvereinigung Hegau-Bodensee gebe sich Mühe, Hexen und Narren dafür zu sensibilisieren, sich gegenüber Umzugsteilnehmern respektvoll zu verhalten.

Video: Alkoholmessgeräte im Test

dpa/Video: Glomex

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