Extremer Dauerregen

Unwetter in Deutschland: Mehrere Großstädte von Rhein-Hochwasser bedroht - Überschwemmungen erwartet

Heftige Unwetter sorgten in Teilen Deutschlands für Chaos. Nach Dauerregen herrscht Hochwasser-Alarm an Rhein und Mosel. 

  • Orkanböen, Dauerregen und Schneefall - Unwetter in Deutschland haben für Chaos gesorgt.
  • Süddeutschland hat es in der Nacht auf Mittwoch (5. Februar 2020) wieder getroffen.  
  • Der viele Regen sorgt für hohe Pegelstände an den Flüssen.

Update vom 6. Februar, 17.17 Uhr: Die Hochwasserlage in Rheinland-Pfalz hat sich entspannt. In Cochem an der Mosel ging der Pegel zurück, am Donnerstagmorgen wurde dort laut rheinland-pfälzischem Hochwassermeldedienst ein Wert von 7,30 Metern gemessen.

Am Mittwoch hatte das Wasser in der Moselstadt rund einen halben Meter höher gestanden. Die am Mittwoch aufgebauten Stege in der Altstadt sollen jedoch noch stehen bleiben, bestätigte ein Stadtsprecher.

Die Innenstadt stehe derzeit rund einen halben Meter unter Wasser, sagte der Sprecher. Auch die Bundesstraße 49, die durch den Ort führt, sei noch überflutet und daher gesperrt. Sobald das Wasser dort abgeflossen sei, müsse die Straße gereinigt werden. Das könne noch Zeit in Anspruch nehmen. "Wenn sich das Wetter nicht ändert, ist am Wochenende wieder alles so, als wäre nichts passiert", sagte der Sprecher.

Am Rhein in Koblenz stieg das Hochwasser in der Nacht zu Donnerstag zwischenzeitlich auf 6,68 Meter. Am Morgen registrierte der Hochwassermeldedienst bereits sinkende Pegelstände. Teile zweier Bundesstraßen um Koblenz blieben laut dem Landesbetrieb Mobilität weiterhin gesperrt.

Das Hochwasser führte am Rhein zu Einschränkungen im Schiffsverkehr. Schiffe durften am Donnerstag nicht schneller als 20 Kilometer in der Stunde fahren, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei in Koblenz. Eine Prognose, wann die Einschränkungen wieder aufgehoben werden können, gab es nicht. Mehrere Autofähren in Rheinland-Pfalz stellten ihren Betrieb ganz ein.

Hochwasser in Deutschland - Lage teils schwierig

Update vom 5. Februar, 21.27 Uhr: Mehrere Städte entlang des Rheins bereiten sich auf Überschwemmungen vor. Experten des Hochwassermeldezentrums rechnen damit, dass am Donnerstag die Pegelstände am Niederrhein weiter steigen werden.

Für vier Städte prognostizieren sie gar HöchstständeBonn (7,50 Meter), Köln (8,10 Meter), Düsseldorf (7,90 Meter) und Duisburg-Ruhrort (9,20 Meter). So wurden etwa in Düsseldorf bereits Schieber geschlossen, um die Düssel zu entlasten. Mehrere Städte sperrten zudem Wege und Parkplätze in Ufernähe.

Immerhin, am Freitag sollen die Regelstände dann sinken. Der Deutsche Wetterdienst sagte für die kommenden Tage ruhiges Wetter ohne Regen voraus.

Unwetter in Deutschland: Nach extremem Regen steigen Pegelstände in Rhein und Mosel weiter an

Update um 13.13 Uhr: Dass in den vergangenen drei Tagen in Deutschland fast flächendeckend 30 bis 70 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen sind, macht sich nun auch an den Pegelständen der Flüsse deutlich bemerkbar. So schränkt beispielsweise das Rhein-Hochwasser derzeit die Schifffahrt in Rheinland-Pfalz ein, berichtet die dpa. An diesem Donnerstag erwartet das Hochwassermeldezentrum Rheinland-Pfalz den höchsten Wasserstand am Zusammenfluss von Rhein und Mosel in Koblenz. Dort hielt das Meldezentrum auch ein Überschreiten der Hochwassermarke II von Mittwochnachmittag bis Donnerstag für vorstellbar. Sollte dies tatsächlich passieren, dürften in dieser Zeit dort gar keine Schiffe mehr fahren. 

Hochwasser-Alarm: Mosel war erheblich über die Ufer getreten

An Speyer und Worms hingegen könnten schon im Laufe des Mittwochs die höchsten Pegelstände erreicht werden. Insgesamt beruhigt sich die Lage nach dem regenreichen Wetter in den vergangenen Tagen aber wieder. Für die Mosel, die erheblich über die Ufer getreten war, prognostizierte das Hochwassermeldezentrum im Laufe des Mittwochs fallende Wasserstände. 

Und auch in der Gemeinde Aach im Kreis Trier-Saarburg, die in der Nacht zum Dienstag von einem Fluss überschwemmt worden war, hatte sich die Lage am Mittwoch normalisiert. Am Vorabend habe der Bach wieder abfließen können, sagte die dortige Bürgermeisterin Claudia Thielen. Die Hochwasserlage hat ihren Höhepunkt fast überall überschritten, schreibt auch wetter.de. Die kleineren Flüsse würden fallende Tendenzen zeigen, in den größeren Flüssen müsse das Wasser erst noch ablaufen

Hochwasser-Alarm: Polizei rettet zwei Jugendliche im Saarland - sie wurden vom Hochwasser eingeschlossen

Im Saarland wurde das Hochwasser zwei Jugendlichen allerdings fast zum Verhängnis. Die beiden wurden bei einer Fahrradtour zwischen Wörschweiler und Blieskastel von den Wassermassen eingeschlossen, teilte die Polizei in Homburg mit. Auf den Wiesen neben dem Radweg war der Wasserspiegel so hoch angestiegen, dass es die Radler weder vor noch zurück konnten. Eine Streife entdeckte die beiden Freunde jedoch. Der Polizeiwagen konnte auf den überschwemmten Radweg fahren und die Beamten luden die beiden Jugendlichen mit ihren Fahrrädern in das Einsatzfahrzeug.

Update vom 5. Februar, 7.05 Uhr: Nach teils starken Regenfällen in Süddeutschland beeinträchtigt Hochwasser an der Mosel weiter das Leben der Menschen in Rheinland-Pfalz. In der Stadt Zell (Mosel) war unklar, ob die Höhe der Hochwasserschutzmauern ausreicht - bis zum frühen Mittwochmorgen tat sie das. 

Das Wasser der Mosel kam in der Nacht auf etwa zehn Zentimeter an das obere Mauerende heran, wie es von der Polizei hieß. Schwappte das Wasser über die Absperrungen, wäre die gesamte Innenstadt betroffen. Deshalb räumten die Bewohner vorsorglich ihre Keller aus. Gegen vier Uhr zeigte sich ein Polizist vorsichtig optimistisch - momentan sehe es gut aus, sagte er.

Hochwasser-Alarm: Pegel der Mosel steigt weiter

Weiter flussabwärts sollte das Wasser am Morgen noch weiter steigen. Zwischen Cochem und Koblenz mussten deshalb mehrere Abschnitte von zwei Bundesstraßen gesperrt werden. „Die Leute sind das gewöhnt“, hieß es aus der Leitstelle des Polizeipräsidiums Koblenz. 

Die Mosel war bereits in der Nacht zum Dienstag vielerorts über die Ufer getreten und hatte im Bundesland Straßen und Keller überflutet. In etlichen Orten wurden mobile Hochwassermauern aufgebaut. Bei Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet, wird das Rhein-Hochwasser voraussichtlich noch bis in die Nacht auf Donnerstag steigen.

Unwetter in Deutschland: Hochwasser-Alarm nach Dauerregen - weitere Bedrohung im Anmarsch

Update vom 4. Februar, 17.20 Uhr: Der heftige Regen sorgt im Süden und Südwesten Deutschlands für Überschwemmungen - Saar, Mosel, Neckar und Donau treten weiterhin über ihre Ufer. Obwohl der starke Wind mittlerweile nachlässt, ist das Ausmaß der Zerstörung noch nicht beseitigt. Bäume fielen auf die Straße, Bauzäune stürzten ebenso um wie Verkehrszeichen. Auch Schneefälle halten den Südosten Deutschlands in Atem - Schuld ist Polarluft, so Wetter.com. In der Nacht könnte es durch einen Mix aus Regen und Schnee glatt werden. 

Unwetter in Deutschland: Schnee-Chaos und Hochwasser-Alarm

Update vom 4. Februar 2020, 12.37 Uhr: An der Mosel ist die Lage weiter kritisch. An einigen Orten gibt es weiter Überschwemmungen. Der Pegel in Trier liegt fünf Meter über normal, bei 8,60 Metern. Angesichts steigender Pegelstände von Rhein und Mosel hat die Feuerwehr in Koblenz am Dienstagmorgen mit dem Aufbau einer mobilen Hochwasserwand begonnen.

Unwetter in Deutschland: Schneechaos und Überflutungen nach heftigen Regenfällen

Erstmeldung vom 4. Februar 2020:

München - Umgestürzte Bäume, überflutete Straßen - nach den heftigen Regenfällen und der stürmischen Nacht mit Orkanböen haben die Einsatzkräfte noch alle Hände voll zu tun.

Unwetter in Deutschland: Orkanböen und Starkregen

In der Nacht musste die Feuerwehr in Konz Menschen aus einem Haus retten, das von Wassermassen eingeschlossen war. Ein Weiher war über das Ufer getreten. Überschwemmte Straßen mussten gesperrt werden.

Der Wasserstand der Mosel bei Trier war Dienstagmorgen bei 8,40 Metern (normaler Pegelstand: 3,25 Metern). Die Mosel mündet bei Koblenz im Rhein. Nach starken Niederschlägen* in Frankreich werde der Wasserstand nun überall an der Mosel steigen, sagte ein Sprecher des Hochwassermeldezentrums gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. In Saarbrücken (Saarland) sperrte die Polizei am frühen Morgen die Stadtautobahn. Nachdem die Saar über die Ufer getreten ist.

Autobahn wegen Hochwasser gesperrt: In Saarbrücken ist die Innenstadt überschwemmt und ein Teil der A620 überflutet.

In Stetten am kalten Markt bei Sigmaringen fiel ein Baum auf ein Wohnhaus, durchschlug das Dach und beschädigte drei Autos. Der Schaden beträgt laut Polizei etwa 60000 Euro.

„Unwetter hält Polizei und Feuerwehr in Atem“, twittert die Polizei in Freiburg und warnt vor umgestürzten Bäumen. „Bitte meidet die Dämme der größeren Flüsse in unserer Region“, schreibt die Polizei.

Der Rhein-Pegel in Köln wird bis Donnerstag wahrscheinlich auf etwa 8,20 Meter steigen, berichtet wetteronline.de. Ab 8,10 Metern wird demnach die Promenade der Altstadt geflutet. Außerdem ist ein interessantes Wetterphänomen für das Wochenende vorhergesagt.

Unwetter in Deutschland: Bahn-Chaos in Bayern 

In München (Bayern) herrscht nach dem heftigen Unwetter S-Bahn-Chaos, berichtet die tz.de*. Auch der Bahnverkehr im Umland liegt lahm. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz. Der Pegel an der Isar-Pegel steigt rasant.

Sowieso kam es in ganz Süddeutschland zu einem Bahn-Chaos am Dienstag. Zudemmusste der Stuttgarter Hauptbahnhof gesperrt werden. 

Unwetter in Deutschland: Schneechaos legt Berufsverkehr lahm

Dichtes Schneetreiben im Erzgebirge (Sachsen)  - seit Dienstagfrüh herrscht Schneechaos. Der Winterdienst ist im Dauereinsatz. Auf der B101 bei Schönfeld kommen Kraftfahrer nur mit Schneeketten voran, berichtet der mdr.de. 

Auf dem Fichtelberg sind schon 20 Zentimeter Neuschnee gefallen, twittert kachelmannwetter. Schnee* gibt es dann auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Endlich ist der Winter da, freuen sich vielleicht einige. Obacht! Es kommt noch mehr vom Himmel. Die Aussichten auf das Wetter in Deutschland finden Sie hier.

Das Wetter im Februar bleibt brisant. Nach einer kleinen Pause droht Deutschland jetzt ein besonderes Wetterphänomen. Meteorologen sind alarmiert.

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © dpa / Thomas Banneyer

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