Mord im Urlaubsland

Frauenmorde schockieren Italien

Rom - Strand, Sonne, Meer: Damit verbinden wir Italien. Doch in dem Urlaubsland greift derzeit ein Phänomen um sich, das auch unter dem Namen "Femminicidio" bekannt ist: Frauenmorde. Seit Jahresbeginn starben so mehr als 60 Frauen. 

Italien wird von einer Serie von Frauenmorden erschüttert, diesmal waren es gleich zwei Morde an einem Tag: In Santa Maria Capua Vetere in der Provinz Caserta erstach am Mittwoch ein 55 Jahre alter Mann seine 50 Jahre alte Lebensgefährtin, dann stellte er sich der Polizei, wie die Beamten in Caserta mitteilten. Er habe das noch blutige Messer bei sich gehabt. Am Mittwoch Morgen starb in Pisa eine 46 Jahre alte Frau, die am Vortag im nahe gelegenen Lucca mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet worden war. Ein gleichaltriger Mann wurde festgenommen. Er bestreite die Tat, habe aber eine Brandwunde am Arm, berichteten Medien. Die Ermittler vermuten, dass die beiden eine Beziehung hatten.

Allein seit Jahresbeginn wurden in Italien mehr als 60 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet. Das Phänomen hat in Italien einen eigenen Namen: „Femminicidio“. Es beschäftigt die Gesellschaft seit vielen Jahren.

Italienische Politiker quer durch alle Parteien äußerten sich schockiert. „Der Kampf gegen die Frauenmorde betrifft unsere ganze Gesellschaft, uns alle, Männer und Frauen“, sagte die Ministerin für Verfassungsreformen, Maria Elena Boschi.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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