Hilfe für verwüstete Südsee-Insel Vanuatu läuft an

Erste Hilfe: Eine australische C-17 Globemaster wird in Port Villa, der Hauptstadt von Vanuatu entladen. Foto: Dave Hunt
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Erste Hilfe: Eine australische C-17 Globemaster wird in Port Villa, der Hauptstadt von Vanuatu entladen. Foto: Dave Hunt
Die Wände stehen noch: Uwen Garae inspiziert sein zerstörtes Haus in Vanuatus Hauptstadt Port Villa. Foto: Dave Hunt
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Die Wände stehen noch: Uwen Garae inspiziert sein zerstörtes Haus in Vanuatus Hauptstadt Port Villa. Foto: Dave Hunt
Der tropische Wirbelsturm "Pam" hat auf der Pazifikinselgruppe Vanuatu massiv gewütet. Foto: Unicef Pacific
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Der tropische Wirbelsturm "Pam" hat auf der Pazifikinselgruppe Vanuatu massiv gewütet. Foto: Unicef Pacific
Verwüstungen nach dem tropischen Wirbelsturm "Pam" auf der Südseeinselgruppe Vanuatu. Foto: Unicef Pacific
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Verwüstungen nach dem tropischen Wirbelsturm "Pam" auf der Südseeinselgruppe Vanuatu. Foto: Unicef Pacific
Eine Schneise der Zerstörung hat der Zyklon "Pam" auf der Pazifikinselgruppe Vanuatu hinterlassen. Foto: Unicef
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Eine Schneise der Zerstörung hat der Zyklon "Pam" auf der Pazifikinselgruppe Vanuatu hinterlassen. Foto: Unicef
"Pam" ist ein Zyklon der höchsten Kategorie, Nummer fünf. Meteorologen schätzten die Geschwindigkeit der Sturmböen auf bis zu 340 Kilometer pro Stunde. Foto: Melanie Uhila
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"Pam" ist ein Zyklon der höchsten Kategorie, Nummer fünf. Meteorologen schätzten die Geschwindigkeit der Sturmböen auf bis zu 340 Kilometer pro Stunde. Foto: Melanie Uhila
Sturmböen mit mehr als 300 Kilometern in der Stunde haben auf der Pazifikinselgruppe Vanatu für Chaos und Zerstörung gesorgt. Foto: Unicef
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Sturmböen mit mehr als 300 Kilometern in der Stunde haben auf der Pazifikinselgruppe Vanatu für Chaos und Zerstörung gesorgt. Foto: Unicef
Die Lage ist weiter unübersichtlich. Polizisten in Port Vila auf dem Inselstaat Vanuatu im Südpazifik. Foto: Graham Crumb
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Die Lage ist weiter unübersichtlich. Polizisten in Port Vila auf dem Inselstaat Vanuatu im Südpazifik. Foto: Graham Crumb

Die Südsee gilt vielen als ein Paradies auf Erden. Dann trifft der Wirbelsturm "Pam" die Region mit voller Wucht. Nun erleben viele Menschen dort die Hölle - und diskutieren Folgen des Klimawandels.

Port Vila (dpa) - Die enormen Zerstörungen des Zyklons "Pam" werden drei Tage nach dessen Zug über den Inselstaat Vanuatu immer deutlicher. Erste Bilder aus dem Katastrophengebiet und Aufklärungsflüge über abgelegenen Inseln bestätigten am Montag die ersten Befürchtungen.

"Es gibt Berichte über katastrophale Verwüstung auf den Inseln Erromango und Tanna im Süden, wo nicht aus Beton gebaute Gebäude komplett platt sind und die Betonbauten keine Dächer mehr haben", sagte der Leiter des Büros der Hilfsorganisation Oxfam Port Vila, Colin Collett van Rooyan. Jüngsten Angaben zufolge kamen mindestens 24 Menschen ums Leben. Diese Zahl bestätigte das UN-Nothilfebüro OCHA in New York, bezog sich dabei aber auch auf Informationen der Regierung von Vanuatu.

Während Hilfe für die Opfer allmählich anlief, machte Vanuatus Präsident Baldwin Lonsdale den Klimawandel mitverantwortlich für die Verwüstung. "Der Meeresspiegel steigt, das Wetter ändert sich", sagte er dem australischen Sender ABC am Montag. "In diesem Jahr hatten wir mehr Regen, die schweren Niederschläge der vergangenen Wochen waren weit mehr als das, was wir früher erlebt haben."

Ähnlich äußerte sich der Klimaforscher Mojib Latif vom Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung. "Die Rechenmodelle sagen alle voraus, dass die tropischen Wirbelstürme nicht häufiger werden, aber dass die Zahl der besonders starken Stürme steigt", sagte Latif der Deutschen Presse-Agentur. "Aber die Datenbasis reicht noch nicht aus, um sichere Aussagen treffen zu können." Dies werde erst in Jahrzehnten möglich sein. "Der Zyklon könnte aber ein Vorbote davon sein, was auf die Region zukommt", sagte der Fachmann.

Mit Blick auf die Folgen von "Pam" sagte Orla Fagan von der UN-Nothilfekoordination OCHA: "Das australische Militär hat nach dem Überflug erhebliche Zerstörung gemeldet. Wir machen uns große Sorgen um die südlichen Regionen." Die Inseln Erromango und Tanna mit etwa 30 000 Einwohnern waren weiter von jeder Hilfe abgeschnitten. Die nördlichen Inseln könnten dem Schlimmsten entgangen sein, meinte Alex Mathieson von Oxfam, der bis vor kurzem in Port Vila lebte.

Van Rooyan schloss nicht aus, dass mehr als ein Drittel der 250 000 Einwohner im ganzen Land obdachlos geworden seien. Die Zahl der Todesopfer war weiter ungewiss. Bislang bestätigt sind mindestens 24 Tote. Auch Nachbarstaaten wie Tuvalu waren betroffen, wo die Hälfte der 10 000 Einwohner Hilfe braucht, wie die Regierung sagte.

Vanuatus südliche Inseln lagen direkt im Auge des Zyklons, der in der Nacht zum Samstag über die Region nordöstlich von Australien gezogen war. Es war einer der mächtigsten je gemessenen Zyklone. Verschiedene Hilfsorganisationen riefen zu Spenden auf.

"Ein Großteil der Häuser sowie der Ernte wurden zerstört. Die Menschen brauchen dringend Hilfe", sagte die Leiterin des Internationalen Roten Kreuzes für den Pazifikraum, Aurélia Balpe. "Das Rote Kreuz verteilt Hygiene-Kits, Planen, Decken, Wasserkanister, Schlafmatten, Küchensets und Eimer." Weitere Hilfe sei unterwegs. Caritas International stellte 50 000 Euro als erste Unterstützung bereit.

"Das Militär hat kleinere Flugzeuge zugesagt, wir gehen davon aus, dass die Inseln Dienstag angeflogen werden", sagte der Leiter des deutschen GIZ-Büros für internationale Zusammenarbeit, Christopher Bartlett. Die GIZ koordiniert den Wiederaufbau der Landwirtschaft. Ein Großteil von Samen und Landwirtschafts-Werkzeug könnten vor Ort gekauft werden, das Material könne Bedürftigen gebracht werden, sobald Hilfsflüge eingerichtet seien.

In der Hauptstadt Port Vila trafen tonnenweise Hilfsgüter ein, etwa Plastikplanen, Nahrungsmittel, Trinkwasser und Erste-Hilfe-Pakete. In der Stadt selbst waren 90 Prozent der Gebäude beschädigt, aber einige Geschäfte öffneten wieder, wie der deutsche Honorarkonsul Jörg Michael Schwartze berichtete. "Die Versorgung funktioniert notdürftig." Trinkwasser fließe teilweise wieder, Strom nicht. Er lud sein Handy im Auto auf. Die 40 bis 50 Deutschen auf Vanuatu seien seines Wissens nicht in Gefahr, sagte er. "Mir sind von keinem ernste Probleme oder Verletzungen bekannt."

Frankreich sagte Vanuatu rasche Hilfe zu. Frankreichs Überseekolonie Neukaledonien liegt am nächsten an Vanuatu. Bereits am Sonntag seien Experten in das Gebiet geschickt worden, um die Bedürfnisse der Menschen einzuschätzen. Die französischen Streitkräfte seien in Absprache mit Rotem Kreuz sowie den Partnern aus Neuseeland und Australien im Einsatz teilte das Außenministerium in Paris mit. Auch ein Luftaufklärer sei entsandt worden.

Nach Angaben von Präsident Lonsdale hat der Zyklon jahrelange Entwicklungsfortschritte zerstört. "Wir müssen wieder von vorn anfangen", sagte er. Seine Heimat sei ein Paradies auf Erden. "Ich hoffe, dass Vanuatu sich erholt, dass die Menschen zusammen halten und das Paradies neu aufbauen."

Lonsdale auf ABC

UN zu Zerstörung

Webseite der Regierung

Oxfam zu Pam

Geomar-Klimaforschung

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