Verena Becker am 30. September vor Gericht

Tatort des Mordes an Generalbundesanwalt Siegfried Buback.

Stuttgart - Die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker muss sich vom 30. September an wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes an Generalbundesanwalt Siegfried Buback vor Gericht verantworten.

Wie das Oberlandesgericht Stuttgart am Montag mitteilte, findet die Hauptverhandlung in Stuttgart-Stammheim statt. Wer genau die tödlichen Schüsse abgab, ist bisher unklar. Am 7. April 1977 hatten zwei Täter auf einem Motorrad dem Dienstwagen des Generalbundesanwalts in Karlsruhe aufgelauert. Buback und der Fahrer Wolfgang Göbel starben noch am Ort des Anschlags; der Justizwachtmeister Georg Wurster erlag seinen Schussverletzungen wenige Tage später.

Laut Anklage gibt es keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass Verena Becker selbst auf dem Motorrad saß. Sie soll jedoch maßgeblich an der Entscheidung für den Mordanschlag, an der Planung und Vorbereitung des Attentats sowie der Verbreitung der Bekennerschreiben mitgewirkt haben. Deshalb sei sie als Mittäterin anzusehen. Becker war am 3. Mai 1977 in Singen festgenommen worden. Wegen der Schießerei bei ihrer Festnahme wurde sie zu lebenslanger Haft verurteilt.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker begnadigte sie 1989. Am 27. August 2009 wurde Becker wegen der Ermordung Bubacks erneut verhaftet. Der Bundesgerichtshof gab im Dezember ihrer Haftbeschwerde statt, so dass sie aus der Untersuchungshaft entlassen wurde.

dpa

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