Biontech und Moderna

Omikron-Variante: Studie zu vierter Corona-Impfung aus Israel ernüchternd

Ein Mann erhält im Schiba-Krankenhaus die vierte Dosis eines Corona-Impfstoffs.
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Israelischen Forschungsergebnissen zufolge schützt eine vierte Corona-Impfung nur bedingt gegen Omikron.
  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Was bringt die vierte Corona-Impfung? Zu dieser Frage gibt es vorläufige Studienergebnisse aus Israel. Offenbar reicht der Schutz gegen Omikron nicht aus.

Tel Aviv – Ein Booster für den Booster? Laut aktuellen Forschungsergebnissen ist das nicht in jedem Fall ratsam. Wie aus ersten Ergebnissen einer klinischen Studie mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer* und Moderna* hervorgeht, schützt eine vierte Impfung gegen Corona* offenbar nur bedingt vor der Omikron-Variante*. Dies teilte das israelische Shiba-Krankenhaus nahe Tel Aviv am Montag (17.01.2022) mit.

Man beobachte auch bei vierfach Geimpften Ansteckungen, sagte Professorin Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus. Zwei Wochen nach einer vierten Dosis des Präparats von Biontech sei zwar ein „schöner Anstieg“ der Antikörper zu beobachten. Deren Zahl liege sogar etwas über dem Wert nach der dritten Corona-Impfung. „Aber für Omikron ist dieser schöne Wert nicht genug.“ Die vierte Impfung biete „nur teilweise Schutz vor dem Virus.“

Vierte Impfung gegen Corona: „Wir sehen keinen erheblichen Unterschied“

Regev betonte, es handele sich um Zwischenergebnisse der Studie, sie wollte daher auch keine genaueren Zahlen nennen. Rund 150 Teilnehmende der Studie hatten vor zwei Wochen eine vierte Dosis des Corona-Vakzins von Biontech erhalten. Vor einer Woche erhielten dann 120 weitere Teilnehmende nach drei Dosen Biontech eine vierte Impfung mit Moderna. Es sei weltweit der erste Versuch mit einer vierten Impfung mit kombinierten Vakzinen, sagte Regev. Die Ergebnisse beider Gruppen nach einer Woche seien sehr ähnlich. „Wir sehen keinen erheblichen Unterschied.“

„Die Entscheidung (in Israel), Immungeschwächten die vierte Dosis zu geben, könnte zwar einen kleinen Vorteil verleihen“, sagte Regev. „Aber vermutlich nicht genug, um sie der ganzen Bevölkerung zu geben.“ Gegenwärtig können sich in Israel auch über 60-Jährige und medizinisches Personal zum vierten Mal gegen Corona impfen* lassen. Regev sprach angesichts der vorläufigen Studienergebnisse von einem „Dilemma“, ob man über 60-jährigen, gesunden Menschen die vierte Dosis geben sollte. „Wenn jemand eine persönliche Gefährdung hat, dann sollte man besser jetzt impfen, wenn nicht, dann vielleicht besser abwarten.“

Studie zur vierten Corona-Impfung: Zahlreiche Israelis haben den Booster für den Booster

Die israelische Regierung hatte vor Kurzem grünes Licht für die Verabreichung einer nochmaligen Booster-Impfung an Patientinnen und Patienten mit einem geschwächten Immunsystem und Menschen ab 60 Jahren gegeben. Mehr als 537.000 Israelis haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits eine vierte Corona-Dosis erhalten.

Nur rund 62 Prozent der 9,4 Millionen Israelis gelten noch als vollständig geimpft. Dies sind zweifach Geimpfte bis zu sechs Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Booster-Impfung. 30 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft, bei acht Prozent ist die Gültigkeit der Corona-Impfung abgelaufen. Knapp 4,4 Millionen Israelis haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits die dritte Impfdosis erhalten, mehr als 537.000 schon die vierte.

In den vergangenen Tagen verzeichnete Israel* zwar Rekordwerte bei den Corona-Neuinfektionen, die Zahl der Todesfälle ist jedoch niedrig. Auch die Krankenhäuser sind nicht an der Grenze ihrer Behandlungskapazitäten. (tvd/dpa/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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