Raumfahrt

Vierter Flug von Mars-Hubschrauber „Ingenuity“ gescheitert

Mars-Hubschrauber „Ingenuity“
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Das Foto zeigt den Hubschrauber „Ingenuty“ am 7. April auf dem Mars.

Dreimal hob der kleine Mars-Helikopter „Ingenuity“ erfolgreich ab. Nun misslingt das vierte Startmanöver auf dem Roten Planeten. Doch es gibt schon einen neuen Termin.

Washington (dpa) - Nach drei erfolgreichen Flügen ist der vierte Startversuch des Mini-Hubschraubers „Ingenuity“ auf dem Mars misslungen. Der Helikopter sei nicht vom Boden abgehoben, der Grund dafür noch nicht eindeutig geklärt, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit.

Zunächst deuteten die Umstände auf ein technisches Problem hin: Der Helikopter habe nicht in den Flugmodus umgeschaltet, der für das Abheben eine Voraussetzung ist.

Das Risiko dafür, dass genau das geschieht, war der Nasa eigenen Angaben zufolge aber bewusst gewesen und verhindere keine Flüge in der Zukunft. Die Raumfahrtbehörde setzte den nächsten Startversuch direkt für diesen Freitag (30 April) an.

In der vergangenen Woche war „Ingenuity“ (auf Deutsch etwa: Einfallsreichtum) zum ersten Mal abgehoben - und hatte damit als erstes Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Danach war der mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene und rund 1,8 Kilogramm schwere Helikopter noch zwei weitere Male geflogen - weiter und schneller als zuvor.

Der Hubschrauber muss auf dem Mars extremen Bedingungen trotzen: Nachts fallen die Temperaturen auf bis zu minus 90 Grad Celsius, was für Batterien und Elektronik leicht das Todesurteil bedeuten kann. Wegen der dünnen Atmosphäre, die grob nur ein Prozent so dicht ist wie die auf der Erde, müssen die Rotoren von „Ingenuity“ auf 2537 Umdrehungen pro Minute beschleunigen - ein Vielfaches dessen, was Hubschrauber auf der Erde erreichen. Die Energie für diese Kraftanstrengung zieht „Ingenuity“ aus seiner durch Sonnenstrahlen gespeisten Batterie.

Der Mini-Helikopter war an Bord des Nasa-Rovers „Perseverance“ (auf Deutsch etwa: Durchhaltevermögen) Ende Februar - nach 203 Flugtagen und 472 Millionen zurückgelegten Kilometern - mit einem riskanten Manöver in einem ausgetrockneten Mars-See namens „Jezero Crater“ aufgesetzt. Entwicklung und Bau des rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) teuren Rovers hatten acht Jahre gedauert. Er soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens fahnden sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen.

© dpa-infocom, dpa:210429-99-408947/3

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