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Gift-Champagner in Weiden: „Menschen sahen aus, als hätten sie epileptischen Anfall“ – Mann stirbt im Lokal

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Von: Katarina Amtmann, Klaus-Maria Mehr

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Gift im Getränk? Ein Toter und mehrere Verletzte in Lokal
In diesem Lokal in Weiden tranken mehrere Gäste von einer vergifteten Champagner-Flasche. Ein Mann verstarb. © Armin Weigel/dpa

Ein 52-Jähriger stirbt bei einer Feier in Weiden, nachdem er von einer Magnum-Flasche Champagner gekostet hat. Die Flüssigkeit war mit Ecstasy versetzt. Ein Zeuge berichtet von schrecklichen Szenen.

Update vom 14. Februar, 16.45 Uhr: Im Falle einer mit Ecstasy vergifteten Champagner-Flasche konnten zwei der Opfer die Klinik am Montag wieder verlassen, das teilte der leitende Oberstaatsanwalt Schäfer mit. Bis Mittag sei bereits ein Teil der Verletzten als Zeugen vernommen worden. Weitere Befragungen stünden aus.

Der Fokus der Ermittler liegt auf der Herkunft der Champagnerflasche. „Der Vertriebsweg wird genau ausgeleuchtet“, sagte Schäfer. Es werde geprüft, ob beziehungsweise wo oder von wem die Flasche manipuliert wurde. Es sei durchaus möglich, eine Flasche zu öffnen, die Drogen einzufüllen und die Flasche wieder so zu verschließen, dass es nicht auffällt. Der Hersteller sei bislang noch nicht kontaktiert worden, so Schäfer.

Vergiftete Champagner-Flasche in Weiden: Gäste hätten sofort Geschmack von Champagner beanstandet

Die Gäste in dem Restaurant sollen sofort den Geschmack des Champagners beanstandet haben. „Der war wohl auffällig, um nicht zu sagen: scheußlich“, so Schäfer. Das in der Flasche enthaltene Ecstasy sei hochkonzentriert gewesen. Schon eine geringe Menge habe ausgereicht, um körperliche Reaktionen hervorzurufen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gehen die Ermittler derzeit nicht davon aus, dass einer der Gäste die Droge in die Flasche schüttete. Ein Teilnehmer aus der Runde filmte zudem das Öffnen der Flasche. Bei der Gruppe soll es sich um Stammgäste gehandelt haben - auch die Wirtin stieß mit an. Einem Polizeisprecher zufolge bleibt das Restaurant vorerst geschlossen.

Die Leiche des Toten wurde obduziert, die Ermittler gingen von einer Drogenvergiftung als Ursache aus. Der Oberbürgermeister von Weiden, Jens Meyer (SPD), sprach am Montag von einem „tieftraurigen Tag“. Der Eindruck von den Polizeiarbeiten vor Ort habe ihn tief bewegt. „Ich bin betroffen und fassungslos.“ Er sprach den Angehörigen des Toten sein Beileid aus und wünschte den Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung. „Lassen Sie mich bitte wissen, wenn ich etwas für Sie tun kann“, schrieb er an die Opfer gerichtet.

Gift-Champagner in Weiden: Restaurant-Verpächter berichtet von Schock-Szenen in der Nacht

15.11 Uhr: Beim BR spricht aktuell der Verpächter des Lokals, Harald Rippl, in dem sich das Drama abspielte. Er berichtet von einem großen Aufgebot an Einsatzkräften in der Nacht. Ursprünglich gingen die Einsatzkräfte von einem Gasaustritt aus. Als die Menschen vom Rettungsdienst herausgetragen wurden, hätten sich schreckliche Szenen abgespielt. „Die Leute sahen aus, als hätten sie einen epileptischen Anfall. Sie hatten Schaum vor dem Mund. Zwei Frauen haben extrem geschrien, sodass Sie das zwei Häuser weiter noch gehört haben.“ Die große Frage bleibt: Sind noch mehr Flaschen im Umlauf.

Gift im Getränk
Polizeibeamte vor einem Lokal in Weiden. Nach einem Restaurantbesuch ist ein 52-Jähriger möglicherweise an einer Vergiftung gestorben. © Armin Weigel/dpa

14.28 Uhr: Inzwischen ist auch die Substanz Ecstasy bestätigt. In einer Flasche Champagner hat sich die Droge Ecstasy befunden - und zwar „in erheblicher Konzentration“, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer am Montag sagt.

Gift-Tod nach Champagner-Genuss in Weiden: Mann liegt tot auf Boden

Update vom 14. Februar, 10.50 Uhr: Vergifteter Champagner soll zum Tod eines Mannes in einem Restaurant in Weiden in der Oberpfalz geführt haben. „Es hatte eine toxische, eine Giftwirkung“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer am Montag. „Es waren Dinge drin, die in einem Champagner eigentlich nicht vorkommen.“ Die toxikologischen Untersuchungen seien abgeschlossen. „Es gibt schon Ergebnisse“. Ob diese noch am Montag veröffentlicht werden, sei noch unklar.

Den Bericht der Bild-Zeitung, wonach der Champagner mit der Droge Ecstasy versetzt gewesen sein könnte, wollte Schäfer nicht bestätigen. Ihm zufolge besteht der Verdacht der fahrlässigen Tötung. Ermittelt werde in alle Richtungen. „Es gibt Verdachtsmomente.“ Details wollte Schäfer zunächst nicht nennen - auch nicht dazu, ob schon jemand als Beschuldigter geführt wird.

Gift im Champagner? Noch am Montag mögliche Anordnung der Obduktion des Todesopfers

Am späten Samstagabend hatten sich nach bisherigen Erkenntnissen mehrere Gäste im Alter zwischen 33 und 52 Jahren ein Getränk geteilt. Bald darauf machten sich bei allen Vergiftungserscheinungen bemerkbar, wie die Ermittler am Sonntag mitteilten. Acht Betroffene kamen in ein Krankenhaus, ein 52-Jähriger aus dem Landkreis Schwandorf starb noch in der Nacht zum Sonntag. Ein Opfer konnte laut Polizei mittlerweile wieder die Klinik verlassen.

Noch am Montag könnte die Obduktion des Todesopfers angeordnet werden, sagte ein Polizeisprecher. Eine Sonderkommission namens „Markt“ hat die Ermittlungen übernommen. Am Montag sollten unter anderem weitere Zeugen befragt werden.

Erstmeldung vom 14. Februar:

Weiden - Ein 52-Jähriger ist in Weiden in der Oberpfalz* gestorben, nachdem er in einem Restaurant ein Getränk konsumiert hatte.* Mehrere weitere Personen zeigten Vergiftungserscheinungen. Wie die Bild erfahren haben will, handelt es sich um eine 3-Liter-Champagner-Flasche, die mit der Party-Droge Ecstasy versetzt gewesen sein soll.

Mann stirbt bei Restaurant-Besuch in Weiden: Ecstasy in Champagner?

Wie die Bild aus Polizeikreisen erfahren haben will, ergab eine Analyse, dass sich im Champagner eine größere Menge MDMA, also Ecstasy, befand. Doch wie kam die Droge in das Getränk? Die Flasche soll erst einen Tag vor dem Unglück gekauft worden sein. Laut der Zeitung ist die aktuell wahrscheinlichste Theorie, dass Drogenschmuggler oder Dealer die Drogen in der Flasche gelagert hatten, um sie möglicherweise später wieder herauszufiltern.

Ecstasy wird wegen der Färbung auch „Pink Champagne“ genannt. Das passt zu Zeugenberichten: Diese hatten gesagt, dass das Getränk nicht transparent, sondern blässlich lila gewesen sein soll. Die Polizei aber wollte Berichte, dass die Flasche mit der Droge versetzt war, noch nicht bestätigen. Klarheit könnte die Obduktion des Todesopfers am Montag bringen. „Ich glaube nicht, dass wir heute schon definitiv den Flascheninhalt nennen können“, sagte der Sprecher. Die Untersuchungen dazu liefen derzeit. Eine Sonderkommission namens „Markt“ hat die Ermittlungen übernommen. Am Montag sollten unter anderem Zeugen befragt werden. (kam mit dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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