Weniger Verkehrstote - mehr Blechschaden

+
Die Zahl der Unfalltoten ging im ersten Halbjahr 2010 zurück. Unser Bild zeigt den Unfall eines Feuerwehrfahrzeuges in Hamburg-Reitbrook  im Juni 2010, bei dem der Fahrer nur leicht verletzt wurde.

Wiesbaden - Etwa alle zweieinhalb Stunden stirbt auf deutschen Straßen ein Mensch. Das ist viel. Aber Experten erwarten, dass die Zahl der Unfalltoten 2010 erstmals unter 4000 sinkt.

Auf deutschen Straßen sterben immer weniger Menschen. “Ich habe große Hoffnung, dass wir dieses Jahr erstmals unter die Schwelle von 4000 Verkehrstoten kommen werden“, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Donnerstag in Berlin. Starben 1970 deutschlandweit noch mehr als 21 300 Menschen durch Verkehrsunfälle, so ging die Zahl der Unfallopfer seitdem fast stetig zurück.

Zwischen Januar und Ende Juni verloren 1675 Menschen bei Unfällen ihr Leben, 15 Prozent weniger als ersten Halbjahr 2009, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. “Die bessere Fahrzeugsicherheit hat ebenso dazu beigetragen wie die strengeren Sicherheitsvorschriften - von Gurtpflicht und Kindersicherung bis zur Straßenverkehrsordnung“, sagte Ramsauer.

Das Bundesamt für Statistik sieht das ähnlich: “Die Fahrzeugbauer haben sicherlich ihren Teil dazu beigetragen“, sagte Ingeborg Vorndran vom Bundesamt. Außerdem kommen im Verhältnis mehr Menschen in alten Autos ums Leben als in neuen Autos. “Und durch die Abwrackprämie fahren eben weniger alte Autos auf den Straßen.“

Nicht zuletzt habe der lange und kalte Winter eine Rolle bei der neuen Unfallstatistik gespielt: “Die Leute sind vorsichtiger gefahren - oder gar nicht“, sagte Vorndran der Nachrichtenagentur dpa. Die Opferzahlen nahmen laut Statistik im ersten Halbjahr 2010 in fast allen Bundesländern ab.

Am meisten in Schleswig-Holstein, wo 43 Menschen bei Unfällen starben (minus 44 Prozent). In Mecklenburg- Vorpommern gab es 55 Unfalltote (minus 29 Prozent) und in Hamburg 12 (minus 25 Prozent). Nur in Bremen blieb die Zahl der Unfalltoten mit vier unverändert. Schwer oder leicht verletzt wurden im ersten Halbjahr 2010 in Deutschland rund 168 100 Menschen (minus 9,1 Prozent). Dagegen krachte es insgesamt im ersten Halbjahr 2010 häufiger: Rund 1,1 Millionen Unfälle registrierte die Polizei, das sind 2,4 Prozent mehr als zuvor.

Der Auto Club Europa (ACE) ist der Ansicht, dass eine automatische Startsperre für Gurtmuffel noch mehr Unfälle verhindern würde: “2009 hätten unter dieser Voraussetzung mehr als 1000 Menschen bei Verkehrsunfällen überleben können“, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Ein Auto dürfe sich erst dann in Bewegung setzen, wenn alle Insassen angeschnallt seien.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Kettensäge-Attacke: Täter flüchtig - Neues Fahndungsfoto
Kettensäge-Attacke: Täter flüchtig - Neues Fahndungsfoto
Polizei stoppt Auto mit sieben Kindern auf umgeklappter Rückbank
Polizei stoppt Auto mit sieben Kindern auf umgeklappter Rückbank
Mann verletzt fünf Menschen mit Kettensäge - Fotos
Mann verletzt fünf Menschen mit Kettensäge - Fotos
Neue Details zum Amokläufer in München: Er war zuvor bei Tugce
Neue Details zum Amokläufer in München: Er war zuvor bei Tugce

Kommentare