Winnenden-Prozess: Anhörung eines Polizisten

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Der Vorsitzende Richter Reiner Skujat (M.) und die Beisitzer Anne Harrschar (l.) und Georg Böckenhoff treten am 16.09.2010) in Stuttgart in einem Gerichtssaal des Landgerichts an die Richterbank zum Prozessauftakt des wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagten Jörg K., Vater des Amokläufers von Winnenden.

Stuttgart - Der Winnenden-Prozess ist mit der Anhöruung eines Polizisten fortgesetzt worden. Der Kriminaloberkommissar hat die Spuren im Haus des angeklagten Vaters des Amokläufers dokumentiert.

Mit der Anhörung eines Polizsiten aus Göppingen ist am Donnerstag der Prozess gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden und Wendlingen vor dem Landgericht Stuttgart fortgesetzt worden. Der 52-jährige Kriminaloberkommissar war mit der fotografischen Dokumentation von Spuren im Haus des 51-Jährigen Angeklagten kurz nach der Amoktat beauftragt. Erwartet werden zudem die Aussagen drei weiterer Zeugen, darunter eines ehemaligen Lehrers des Amokläufers Tim K.

Darüber hinaus sollen zwei psychiatrische Sachverständige gehört werden. Einer von ihnen soll den Angeklagten nach der Tat psychologisch untersucht haben. Der zweite soll nachträglich ein Gutachten über den psychischen Zustand des Tim K. erstellt haben. Da dieser Psychiater aber auch einen der Nebenkläger betreut haben soll, hat die Verteidigung einen Befangenheitsantrag gegen ihn gestellt. Über den Antrag hat die Kammer noch nicht entschieden.

Amoklauf in Winnenden

Amoklauf in Realschule bei Stuttgart

Im Prozess war es bislang oft um die Psyche des Amoktäters gegangen. Nach Ansicht eines Kriminalisten, der unter anderem das Zimmer von Tim K. nach der Bluttat durchsuchte, beschäftigte sich der 17-jährige mit den Themen Leben nach dem Tod und Amoktaten. Unterdessen verkündete das Gericht, dass der behandelnde Arzt des Jugendlichen am Zentrum für Psychiatrie in Weinsberg (Landkreis Heilbronn) sowie dessen Mitarbeiterin die Aussage verweigern wollten.

Der Vater von Tim K. muss sich seit Mitte September vor Gericht verantworten, weil er seinem Sohn Zugriff auf eine erlaubnispflichtige Schusswaffe sowie Munition ermöglicht hat. Der Schüler hatte am 11. März 2009 bei einem Amoklauf in Winnenden und seiner anschließenden Flucht in Wendlingen 15 Menschen und anschließend sich selbst getötet. Die Tatwaffe hatte er aus dem Schlafzimmer der Eltern entwendet.

dapd

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