Zehn Betten für hunderte Brandopfer - Notstand am Merapi

Yogyakarta - Hunderten Menschen brannte die heiße Asche des Merapi Haut und Haare vom Körper. Im Krankenhaus der Großstadt Yogyakarta aber gibt es nur zehn Plätze speziell für Brandopfer.

Brandwunden sind nicht nur extrem schmerzhaft, sondern auch schwierig zu versorgen. Die nötige sterile Umgebung bieten nur spezielle Räume in Krankenhäusern - in der Großstadt Yogyakarta nahe des Vulkans Merapi in Indonesien fehlt es an solchen Betten. Nur zehn Patienten könnten in der Abteilung betreut werden, sagt der medizinische Leiter des Teams, Agus Barmawi. Die meisten Opfer des Vulkanausbruchs würden in einem Behelfsraum behandelt.

Tödlicher Ascheregen am Vulkan Merapi

Tödlicher Ascheregen am Vulkan Merapi

Optimal sei die Behandlung deshalb nicht. “Unsere Priorität ist, sie einfach nur am Leben zu halten“, sagt Barmawi. Bei vielen der Patienten liege die Wahrscheinlichkeit dafür aber nur bei rund 40 Prozent. Zum Verhängnis wurden den Opfern die mehrere Hundert Grad heißen Aschewolken, die mehrfach die Flanken des Vulkans hinabrasten. Sie brannten den Menschen die Haut vom Leib, ließen ihre Haare versengen, füllten die Lungen mit glühendem Staub. Mehr als 400 Menschen wurden verletzt, rund 25 Dörfer zerstört.

Die Zahl registrierter Todesopfer lag am Dienstag bei mehr als 150, und es kann nur geschätzt werden, wie viele Leichen noch in den zerstörten Dörfern unter grauer Asche begraben liegen. Mehr als 200 Menschen galten als vermisst.

Vor der Leichenhalle der Klinik im 25 Kilometer entfernten Yogyakarta harren etliche Menschen aus, die Freunde oder Verwandte finden wollen. Sie suche ihren Mann, sagt die 17 Jahre alte Nurfitriyani, die im dritten Monat schwanger ist. “Er wird seit drei Tagen vermisst und ich habe die Hoffnung fast aufgegeben, ihn noch lebend zu finden.“

Unter den Opfern sind auch Helfer, die Menschen aus den Dörfern nahe des Kraters in Sicherheit bringen wollten. Vier seiner Kollegen seien bei dem Ausbruch am vergangenen Freitag gestorben, sagt Retter Yadi Bebe. “Sie waren Helden.“ Zwei der Männer seien noch nicht identifiziert - und werden das wahrscheinlich auch nie. “Da waren mehrere Körper in der forensischen Abteilung, ich konnte nicht sagen, welche zu ihnen gehörten.“

dpa

Rubriklistenbild: © AP

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